Guido Cantz in der Kirche seiner Heimatpfarrei in Köln-Porz
Guido Cantz in der Kirche seiner Heimatpfarrei in Köln-Porz
Karlheinz Böhm (M) mit Siedlern in Äthiopien (Archiv; 1985)
Karlheinz Böhm (M) mit Siedlern in Äthiopien (Archiv; 1985)
Der Schauspieler Karlheinz Böhm, Gründer und Vorsitzender des Stiftungsrates der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" (Archiv; 2008)
Der Schauspieler Karlheinz Böhm, Gründer und Vorsitzender des Stiftungsrates der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" (Archiv; 2008)

06.11.2021

Guido Cantz hilft bei 40 Jahre "Menschen für Menschen" Engagement für Äthiopien

In diesem Monat feiert Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" 40-jähriges Jubiläum. Alles fing 1981 mit der damaligen Hungersnot in der Sahelzone und einer legendären Wette bei "Wetten, dass..?" an. Guido Cantz erinnert sich.

DOMRADIO.DE: Damals waren sie noch ziemlich klein, als sich Karlheinz Böhm damals bei "Wetten, dass..?" vor die Kamera gestellt hat, oder?

Guido Cantz (Komiker und Fernsehmoderator): Ja, da war ich zehn. Ich bin 1971 auf die Welt gekommen und habe das damals im Frottee-Schlafanzug sehen dürfen. Und dass aus dieser Wette von Karlheinz Böhm und Frank Elstner so eine grandiose Stiftung über 40 Jahre geworden ist, wer hätte das gedacht?

DOMRADIO.DE: Karlheinz Böhm hat damals gewettet, "dass nicht einmal jeder dritte Zuschauer (das wären damals rund sechs Millionen gewesen) bereit ist, eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für die hungernden Menschen in der Sahelzone zu spenden." Er hat die Wette gewonnen, denn es kamen nicht umgerechnet sechs Millionen Mark zusammen, aber mit immerhin 1,2 Millionen Mark dennoch eine Menge Geld. Das war damals der Grund für ihn, dennoch nach Äthiopien zu reisen und sein Leben zu ändern. Sie engagieren sich jetzt im Jubiläumsjahr "40 Jahre Menschen für Menschen" auch für die Hilfsorganisation. Warum?

Cantz: Ich finde die Lebensgeschichte von Karlheinz Böhm sehr beeindruckend und auch diese Stiftung finde ich toll. Ich bin jemand, der normalerweise gerne für soziale Projekte im Umfeld was macht. Also Projekte, wo ich hinfahren kann und die ich sehe. Aber "Menschen für Menschen" ist, glaube ich, wirklich eine Stiftung, der man guten Gewissens Geld anvertrauen kann.

DOMRADIO.DE: Sie waren eben bei Deiters (Kostüm- und Karnevalsgeschäft, d. Red.) in Frechen. Was haben Sie da genau gemacht?

Cantz: Ja, ich war an der Kasse. Als Kunde steht man natürlich öfter vor der Kasse, aber selten oder nie dahinter – und ich durfte zwei Stunden lang kassieren. Viele Leute haben sich jetzt überraschenderweise ganz, ganz viele Karnevalssachen gekauft. Und Deiters war so nett und hat gesagt: "Okay, wir fangen mal mit 5000 Euro an. Das, was du einnimmst, legen wir obendrauf." - Das waren dann 2182,60 Euro. Da habe ich gesagt: Na ja, mit so mit krummen Zahlen arbeiten doch Stiftungen ungern. Und dann hat die Firma Deiters großzügigerweise auf 8000 Euro aufgerundet. Dafür, glaube ich, hat sich das wirklich gelohnt.

DOMRADIO.DE: Und die gehen jetzt an "Menschen für Menschen"?

Cantz: Absolut richtig!

DOMRADIO.DE: Wie haben die Menschen da auf Sie reagiert? Haben die sofort verstanden, worum es geht und warum Sie da sind?

Cantz: Ich habe viel erklärt. Wenn man mich sieht, ist ja die erste Reaktion oftmals: "Wo ist denn hier eine versteckte Kamera?" Die war jetzt klar zu sehen, weil zwei Kameras auch mein Treiben, mein Tun da an der Kasse verfolgt haben. Ich habe Ihnen gesagt, ich bin heute für einen guten Zweck hier. Ich kassiere für "Menschen für Menschen". Das ist für viele Leute ein Begriff.

Und ich habe gesagt, Sie müssen gar nichts machen, aber kommen Sie am besten mal zu mir. Nichts gegen die anderen netten Kolleginnen und Kollegen an den Kassen, aber alles was über meine Kasse läuft, kommt Menschen in Afrika zugute, und die haben das sehr gerne unterstützt.

DOMRADIO.DE: Es gibt mehrere soziale Projekte, für die Sie sich sehr stark engagieren, unter anderem das Bethanien Kinderdorf in Bergisch Gladbach oder die Kinderklinik in Köln-Porz. Was motiviert Sie, sich so stark zu engagieren?

Cantz: Kinder sind eine große Motivation. Wir haben einen Sohn, der ist elf. Und ich finde es ganz schlimm, dass es vielen, vielen Kindern wirklich nicht gut geht. Deswegen habe ich mir überlegt: Wenn ich Leute unterstütze, was ich sehr gerne tue, dann gerne auch Kinder. Dieses Bethanien Kinderdorf rührt daher, dass ich den ehemaligen Geschäftsführer Werner Langfeldt sehr gut kenne. Der ist auch bei mir in der Gemeinde hier in Porz-Wahn aktiv. Zudem finde ich dieses Kinderdorf wirklich bewundernswert. Dieses Projekt, dass einzelne Personen oder auch ein Ehepaar mit bis zu acht Kindern zusammenleben wie eine Familie, das hat mich überzeugt.

In Porz bin ich selber zur Welt gekommen und mein Sohn auch. Da habe ich auch diese Entwicklung der Kinderklinik mitverfolgt. Und ich glaube, dass die jeden Euro gut gebrauchen können.

Das Interview führte Martin Mölder.

(DR)

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