Ditib will Wohlfahrtsorganisation gründen

Eine Lücke füllen

Der türkisch-islamische Verband Ditib will eine eigene Wohlfahrtsorganisation gründen. Diese soll langfristig in den Bereichen Senioren- und Jugendarbeit, Kinderbetreuung, frühkindliche Bildung sowie Hilfe für Bedürftige aktiv werden.

Muslimische Pflegekräfte / © Rainer Jensen (dpa)
Muslimische Pflegekräfte / © Rainer Jensen ( dpa )

Das sagte der Generalsekretär des Ditib-Bundesvorstands, Abdurrahman Atasoy, am Dienstag in Köln. Die Satzung für den neuen Verein mit Namen "Ihsan" (arab. für "Wohltat") sei bereits ausgearbeitet, er rechne mit einer Gründung noch in diesem Jahr, so Atasoy.

Viele Angehörige der ersten Einwanderergeneration seien inzwischen in einem Alter, in dem sie Hilfe benötigten, erläuterte Zekeriya Altug, bei der Ditib zuständig für Gesellschaft, Öffentlichkeit und institutionelle Zusammenarbeit. "Es fehlt aber bisher an kultursensiblen Angeboten für die älteren Menschen." Hier fülle der neue Wohlfahrtsverband eine Lücke.

Staatlich anerkannter Pflegedienst angestrebt

Anfangs gehe es dabei vor allem um Tagesbetreuung für Senioren und Hilfe bei der Erledigung von Einkäufen und Behördengängen. Langfristig strebe die Ditib - mit rund 850 Moscheegemeinden der größte Islamverband in Deutschland - aber auch einen staatlich anerkannten Pflegedienst an, so Altug. Bereits jetzt gebe es Kontakte zu Caritas und Diakonie.

Auf die Frage, wie ein solcher Verband als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt werden soll, solange die Ditib ihre enge Abhängigkeit von der türkischen Regierung nicht löst, erklärte Altug, die Ditib werde sich "in Deutschland weiterentwickeln" und "früher oder später" die Voraussetzungen bieten, um auch als Gesamtverband und Religionsgemeinschaft zu einer solchen Körperschaft zu werden. "Wir sind eine deutsche Organisation", so Altug.

Islamverband Ditib

Zur Türkisch-Islamischen Union (Ditib) gehören bundesweit mehr als 900 Ortsgemeinden. Die größte islamische Organisation in Deutschland vertritt nach eigenen Angaben über 70 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime. Gegründet wurde der Dachverband, der in Köln sitzt, 1984 als eingetragener Verein.

Logo der Ditib in Stuttgart / © Marijan Murat (dpa)
Logo der Ditib in Stuttgart / © Marijan Murat ( dpa )
Quelle:
KNA