Die Grundrente soll kommen
Die Grundrente soll kommen
Peter Neher
Peter Neher

12.11.2019

Deutscher Caritasverband zur Grundrente "Unterstützung mit der Gießkanne ist nicht hilfreich"

Nach heftigem Streit in der Großen Koalition liegt nun das Ergebnis für die Grundrente vor. Es gibt Lob und auch Kritik. Doch der Kompromiss geht in die richtige Richtung, meint Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes.

DOMRADIO.DE: Die Aufstockung der Rente auf einen Minimalbetrag dürfte Ihnen als Caritasdirektor gefallen. Aber erklären Sie es mal aus Ihrer Perspektive – warum ist eine Grundrente so wichtig?

Dr. Peter Neher (Präsident des Deutschen Caritasverbandes): Ich denke, es macht großen Sinn, dass man Menschen, die ein Erwerbsleben lang gearbeitet haben und von Altersarmut betroffen sind, besonders in den Blick nimmt und ihnen ein Einkommen zusagt, das wirklich ihre Lebensleistung würdigt. Es ist also insgesamt ein berechtigtes und richtiges Anliegen.

DOMRADIO.DE: Sie hatten im Vorfeld Sorgen geäußert, dass die Gestaltung der Grundrente zu einem parteitaktisch motivierten Gezänk wird. Sind Sie am Ende zufrieden?

Neher: Ja, ich bin zufrieden. Es war aber tatsächlich in den letzten Wochen und Monaten so, dass man den Eindruck hatte, dass nicht die Menschen, die bedürftig sind, im Vordergrund stehen, sondern Parteitaktik. Dass sich die beiden Parteien jetzt zusammengerauft haben, ist gut so - das war höchste Zeit.

DOMRADIO.DE: Der SPD war wichtig, dass möglichst viele Menschen niedrige Bezüge mit der Grundrente aufbessern. Für die Union war zentral, dass sie nicht nach dem Gießkannenprinzip ausgeschüttet wird. Mit welcher Position können Sie sich mehr anfreunden?

Neher: Grundsätzlich war bei dem Thema wichtig zu schauen, wer es wirklich braucht. Wer sind die, die wirklich notleidend sind und unterstützt werden müssen? Deswegen ist eine Unterstützung mit der Gießkanne nicht hilfreich, weil es dann die gezielte Förderung verhindern würde. Ich glaube, der Kompromiss geht in die richtige Richtung.

DOMRADIO.DE: Wer weniger als 35 Jahre gearbeitet hat, fällt durch das Rost, moniert die FDP. Ist die Kritik berechtigt?

Neher: Zunächst einmal ist es jetzt wichtig, dass diese Lösung mit den 35 Beitragsjahren da ist. Zweitens ist es in der Tat so, dass es natürlich Menschen gibt, die von diesem Prinzip nicht profitieren, weil sie weniger als 35 Jahren arbeiten. Für die gilt weiter die Grundsicherung.

Ich finde aber wichtig, dass die Koalition eine Wirkungsprüfung vereinbart hat, um wirklich zu schauen, ob die Anerkennung von Lebensleistung einen Schutz vor Altersarmut gewährleistet. Dabei wird sicher auch die Frage wichtig sein, ob die fixe Anforderung von 35 Beitragsjahren wirklich ausreichend treffsicher ist. Eventuell ist das zu stark und muss nachgebessert werden. Aber das, denke ich, ist im Blick und muss in den nächsten Jahren noch einmal überprüft werden.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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