Demonstranten schwenken libanesische Flaggen.
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Sankt Georg und die Mohammed Al-Amin Moschee in Beirut
Sankt Georg und die Mohammed Al-Amin Moschee in Beirut

21.10.2019

Proteste im Libanon Schulen und Banken bleiben geschlossen

An diesem Montag bleiben Libanons Schulen und Universitäten landesweit geschlossen. Hintergrund sind die seit vier Tagen andauernden sozialen Proteste im Land, wie libanesische Medien am Sonntag berichteten.

Auch die katholischen Schulen sowie die Schulen des UN-Flüchtlingshilfswerks für Palästinenser (UNRWA) kündigten an, sich an der außerordentlichen Schließung zu beteiligen. Mehrere Universitäten kündigten zudem an, bis auf weiteres keine Prüfungen abzunehmen. Auch die Banken des Libanon bleiben laut einer Mitteilung der Bankenvereinigung geschlossen.

Vier Tage in Folge Proteste

Unterdessen hielten die Proteste gegen Regierungspläne für neue Steuern im Libanon auch am Sonntag an. Landesweit gingen am vierten Tag in Folge laut Medienberichten zehntausende Menschen auf die Straße. Sie blockierten die wichtigsten Straßen und forderten den Rücktritt der Regierung. Es handelt sich demnach um die größten religionsübergreifenden Demonstrationen in der jüngeren Geschichte des Landes.

Die Proteste entzündeten sich an Plänen der Regierung, trotz der sich verschärfenden Wirtschaftskrise neue Steuern einzuführen, darunter eine tägliche Gebühr für die Nutzung von Textnachricht-Applikationen wie etwa WhatsApp. Die Demonstranten warfen den Politikern unter anderem Korruption und jahrzehntelange Misswirtschaft vor. Die christliche Partei "Libanesische Kräfte" hatte am vergangenen Samstagabend ihren Rücktritt aus der Regierungskoalition angekündigt.

Kardinal Bechara Rai erklärt sich solidarisch mit Demonstranten

Maronitenpatriarch Kardinal Bechara Rai brach unterdessen eine Afrikareise ab und kehrte am gestrigen Sonntag vorzeitig in den Libanon zurück. Am vergangenen Samstag hatte er sich solidarisch mit den Forderungen der Demonstranten gezeigt. "Wir sind an der Seite unserer Brüder im Libanon und des libanesischen Volkes, das seinen Schmerz, Hunger, Bitterkeit und den Verlust vollen Vertrauens in Politiker ausdrückt, die sie in diese bittere Realität gebracht haben", sagte er laut Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur "NNA" vom nigerianischen Lagos aus. Gewaltsame Proteste dürfe es aber nicht geben.

(KNA)

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