05.05.2019

Appelle an Politik zur Stärkung des Hebammenberufes Kulturerbe mit Haftpflichtproblematik

Ohne Hebamme darf ein Arzt kein Kind entbinden - eine Hebamme muss aber keinen Arzt dabei haben. Diese Regel unterstreicht die große Bedeutung der Geburtshelferinnen. Seit einigen Jahren kämpft der Berufsstand jedoch mit Schwierigkeiten.

Zum Welthebammentag am Sonntag werden Forderungen nach einer Verbesserung der Situation in der Geburtshilfe laut. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) drängt dazu, den dramatischen Mangel an Hebammenund den drastischen Rückgang der Zahl der Kreißsäle in Deutschland stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik zu nehmen, wie es am Freitag in einer Mitteilung hieß. Die Ansätze gegen den Pflegepersonalmangel sollten auf die Kreißsäle ausgeweitet werden. So müssten Tarifsteigerungen auch für Hebammen vollständig gegenfinanziert werden.

Ausreichende Finanzierung auch in der Peripherie

Weiterhin bleibt laut DKG die Problematik der chronischen Unterfinanzierung der Geburtsstationen bestehen. "Wer Kreißsäle und damit auch Zukunft für ländliche Regionen sichern will, muss die ausreichende Finanzierung von Krankenhäusern in dünn besiedelten Gebieten gewähren", so Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Zudem gehörten die "erdrückenden Prämien für die Haftpflichtversicherung" zu den Hauptgründen, warum sich junge Menschen gegen die Hebammen-Ausbildung entschieden. Der Gesetzgeber müsse mit Zuschüssen zu den Prämien einschreiten.

Schon am Donnerstag beklagte mit Blick auf den Welthebammentag an diesem Sonntag der Deutsche Hebammenverband, dass die Geburtshilfe seit Jahren unterfinanziert sei. Er forderte ein "Geburtshilfe-Stärkungsgesetz", um die Situation zu ändern. "Die Situation im Kreißsaal ist mittlerweile so dramatisch, dass einzelne Maßnahmen nicht helfen werden", sagte Verbandschefin Ulrike Geppert-Orthofer. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern betreuten Hebammenin deutschen Kliniken mehr als doppelt so viele werdende Mütter.

Eckpunktepapier werde umgesetzt

Das Bundesgesundheitsministerium indes unterstrich sein Engagement zur Stärkung der Geburtshilfe. Die in einem Eckpunktepapier beschlossenen Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung einer flächendeckenden Hebammenversorgung würden aktuell umgesetzt, teilte eine Sprecherin am Freitag auf Anfrage der Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) mit. So werde derzeit vom IGES-Institut ein Gutachten zur stationären Hebammenversorgung erstellt.

Hebammen und Entbindungspfleger leisten laut Ministerium einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag für die medizinische Versorgung Schwangerer, junger Mütter und Neugeborener. Mitte Mai starte das Terminservice- und Versorgungsgesetz, das zwei Maßnahmen für eine verbesserte Geburtshilfe vorsehe. Bessere Betreuungsmöglichkeiten sollen die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf für in Krankenhäusern tätige Hebammen und Entbindungspfleger fördern. Zudem soll ein elektronisches Verzeichnis Familien bei der Suche nach einer Hebamme für die Vor- und Nachsorge oder Geburtsbegleitung helfen.

Ehemaligen Hebammen und Entbindungspflegern wird laut Gesundheitsministerium seit Beginn des Jahres der Wiedereinstieg in ihren Beruf erleichtert. Mit einem Gesetzentwurf zur Reform der Hebammenausbildung wird derzeit die in einer EU-Richtlinie geforderte Akademisierung umgesetzt.

Rainer Nolte
(KNA)

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