Sven von Loga wäscht am Rhein Gold
Sven von Loga wäscht am Rhein Gold
Sven von Loga findet im Rhein Gold
Sven von Loga findet im Rhein Gold
Achat aus dem Rhein
Achat aus dem Rhein

25.04.2019

Geologe gibt Tipps für Schatzsuche im Rhein Ein bisschen Goldgräberstimmung

Im Rhein nach Gold schürfen: Klingt abenteuerlich, ist aber möglich. Der Kölner Geologe und Buchautor Sven von Loga schürft regelmäßig nach Gold und verrät, wie es geht. Liegt der Traum vom Reichtum im Wasser verborgen?

DOMRADIO.DE: Sie laden Kinder und Eltern zur Schatzsuche am Rheinufer in Köln ein und das heißt tatsächlich zum Goldwaschen. Wie muss man sich das vorstellen?

Sven von Loga (Kölner Geologe und Buchautor): Wir stellen uns das genauso vor, wie wir das aus alten Filmen kennen, zumindest die Älteren wahrscheinlich, als es noch Jack London Filme gab und man am Klondike River in Alaska mit seiner Goldwaschpfanne stand. Und dort wuschen die Trapper dann dicke Goldklumpen raus. Problem ist, dass es hier am Rhein keine Goldklumpen gibt. Es gibt zwar Gold, allerdings nur fein verteilt, kleine Goldflitterchen. Aber von der Technik her geht das ganz genauso: Jeder Teilnehmer dieser Exkursion bekommt eine Goldwaschpfanne. Dann üben wir ein bisschen und dann stehen alle fleißig im Rhein, schaufeln Sand in die Goldwaschpfannen und waschen das Gold heraus.

DOMRADIO.DE: Und dann hängt tatsächlich am Ende ein bisschen Gold in dem Sieb?

Von Loga: Man muss vorher gucken wo der Sand ist und ob es der richtige Sand ist.

DOMRADIO.DE: Wie kann man das denn sehen?

Von Loga: Der hat eine andere Farbe, Goldsand ist immer schwarz und den suchen wir. Je nachdem wie viel dann da ist, muss man länger waschen oder weniger. Ob dann viel Gold drin ist, weiß man immer erst nachher, wenn man es ausgewaschen hat. Aber man steht da mit seiner Goldwaschpfanne im Rhein und wenn man die richtige Bewegung raus hat, den richtigen Schwung, dass man das Gold nicht wieder in den Rhein zurückspült, sondern nur den Sand, dann glänzen nachher kleine Goldflitterchen da drin. Und die nimmt man dann mit einer Pipette auf, füllt sie in ein Glasröhrchen und dann hat man das Gold.

DOMRADIO.DE: Sie haben auch ein Röhrchen mit Gold mitgebracht. Das ist nicht so wahnsinnig viel...

Von Loga: Nein, es ist nicht so viel. Wahrscheinlich frustriert das dann noch ein bisschen, wenn man weiß, wie lange ich da jetzt dran gearbeitet habe. Ein kleines Röhrchen, ich würde mal sagen, zwei Zentimeter groß und da ist unten etwas Gold drin. Insgesamt ist das genau ein Gramm Gold. 22,3 Karat sind das. Das ist echtes Rheingold. An dem habe ich ungefähr zwei Wochen gewaschen.

DOMRADIO.DE: Das heißt, wer irgendwann mal ein Geschmeide aus Gold, aus Rheingold schaffen möchte, der muss dann vielleicht jahrelang waschen?

Von Loga: Da muss man schon länger dran arbeiten. Dieses Gold hat auch ein Handelswert, einen Goldpreis von 30 Euro. Das Rheingold hat dann noch Sammlerwert, da kriegt man vielleicht 50 Euro dafür. Das sind zwei Wochen Arbeit, dann kann man sich ausrechnen, wie hoch der Stundenlohn ist. Den würde ich dann eher in Cent ausdrücken.

DOMRADIO.DE: Aber ist denn Gold-Garantie gegeben? Jeder, der seine Goldwaschpfanne in die Hand kriegt, der wird auch ein paar Flimmer rauswaschen?

Von Loga: Das kann man eigentlich garantieren, ja, irgendwas ist immer drin. Die Frage ist: Ist viel drin oder nicht? Dieses Röhrchen hier, das hat ungefähr 200.000 Goldflitter. Man hat in einer guten Goldwasserpfanne, wenn sie gut ist, 50 Flitter.

DOMRADIO.DE: Müssen ängstliche Eltern jetzt nicht Angst haben, dass die lieben Kinder da im Goldrausch in den Fluss fallen?

Von Loga: Es gibt am Rhein natürlich Stellen, die sind gefährlich. Aber da, wo wir hingehen, ist eine ganz flache Stelle, die ist vollkommen ungefährlich, da kann überhaupt nichts passieren, da wird keiner weggespült. Jetzt ist der Rhein ja im Moment auch nicht allzu voll. Das kommt also immer darauf an, um welche Jahreszeit man da hingeht. Aber im Moment ist es absolut unproblematisch und die Stelle; an der wir Gold waschen; ist also sehr, sehr flach und absolut harmlos.

DOMRADIO.DE: Und sie wissen auch wo ein guter Ort ist. Man kann sich nicht einfach irgendwo an den Rhein stellen und anfangen zu waschen. Man muss schon so ein bisschen wissen wo das Sinn macht?

Von Loga: Ich muss mir das schon angucken. Ich wandere immer am Rheinufer entlang und sammel dort nach anderem Gestein und achte dann auf Goldsand und wenn ich den dann sehe, dann wasche ich da auch Gold. Es ist nicht überall welches. Es gibt nur ganz bestimmte Stellen, wo sich das anreichert.

DOMRADIO.DE: Die ganz große Frage ist: Wo kommt dieses Gold her? Wie kommt das in den Rhein - wohl nicht vom Nibelungenschatz oder?

Von Loga: Kann auch sein. Es weiß ja keiner genau, wo der liegt und in welchem Zustand er mittlerweile ist. Aber ansonsten muss man davon ausgehen, dass das sich schon vor sehr langer Zeit gebildet hat, in der Entstehungsgeschichte des Rheinischen Schiefergebirges vor 400 Millionen Jahren. Da sind bei einer Gebirgsbildung heiße Wasser aus dem Erdinneren nach oben gekommen, also sehr heißes Wasser, in dem Quarz und Erze und auch Gold gelöst war. Und das ist dann zum Beispiel in die Eifel, ins Eifelgebirge eingedrungen, da sind Quarzgänge, die verwittern mit der Zeit und dann ist das Gold drinne.

DOMRADIO.DE: So kommt das Gold dann in den Rhein. Wer jetzt Blut geleckt hat bzw. in wem Gold aufflammt: Was muss denn der oder die tun, um bei ihrer Schatzsuche mit dabei zu sein?

Von Loga: Der kann einfach ins Internet gehen. Man gibt meinen Namen ein und kommt dann auf meine Internetseite und schreibt einfach ein E-Mail.

DOMRADIO.DE: Das Wertvollste, was da aus dem Wasser kommt, ist das Gold, das haben wir schon ausführlich besprochen. Aber der Rhein hat noch viel mehr Schätze zu bieten. Was denn?

Von Loga: Der hat zum Beispiel sehr viele Halbedelsteine drin, Achate und Jaspis. Die liegen oft in ziemlich großer Zahl rum. Wobei es durchaus von Vorteil ist, wenn man danach sucht. Im Moment und den nächsten Tagen ist es  ein bisschen regnerisch. Das ist von Vorteil, weil man dann die Sachen besser sieht. Wenn sie nass sind, dann glänzen die Achate rot und weiß gemustert und es sind durchaus ziemlich viele drin. Man findet auch Fossilien, eiszeitliche Knochen von Mammuten, Eiszeithirschen und solche Sachen.

DOMRADIO.DE: Die Achate glänzen dann so bunt. Aber man muss schon ein bisschen wissen, was was ist?

Von Loga: Man muss schon etliche Gesteine kennen und deshalb üben wir die auch auf der Exkursion. Wir schauen alle Gesteine mal an, die es da gibt und wo die herkommen, erzählen so die Herkunftsgeschichte. Die Achate kommen zum Beispiel alle aus dem Sarna Bergland. Da gab es vor 250 Millionen Jahren Vulkanismus, der diese Achate gebildet hat. Es sind also vulkanische Relikte, diese Halbedelsteine. Und die purzeln dann in die Nahe hinein. Die Nahe bringt sie in den Rhein und irgendwann liegen sie hier am Kölner Rheinufer. Und wenn man sie rechtzeitig bergen kann, dann werden sie halt nicht weitertransportiert nach Düsseldorf.

DOMRADIO.DE: Am Rheinstrand liegen ja in erster Linie Rheinkiesel rum. Die sehen erst mal ein bisschen unspektakulär aus: von hellgrau bis dunkelgrau. Sind die alle gleich?

Von Loga: Nein, da gibt es ganz viele Sorten. Man hat da Gesteine, die kommen aus dem Schwarzwald. Manche kommen aus dem main-fränkischen Raum, ganz wenige kommen auch noch aus den Alpen. Dann gibt es Gesteine aus der Gegend von Mainz, mit kleinen Schnecken drinnen. Es gibt Gesteine aus der Eifel und aus dem Rheinischen Schiefergebirge mit versteinerten Muscheln und Korallen drinnen. Es gibt Gesteine aus dem Hunsrück und aus dem Harz und alle sehen anders aus und wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt hat, kann man auch alle unterscheiden und kann sagen: Dieser Stein ist so alt und so entstanden und kommt von der und der Stelle.

DOMRADIO.DE: Das heißt, wenn man jetzt mit Ihnen auf Exkursion geht und fischt da so einen schönen, rot glänzenden Stein raus. Sie können den dann bestimmen?

Von Loga: Bei allen kann man es nicht sagen, aber es gibt viele typische, wo man das dann sagen kann. Da kann man wirklich sagen: Bei einem rot glänzenden Stein sind dann rote Eisenkiesel drinnen, das ist Eisenerz und kommt von der Lahn.

Das Gespräch führte Hilde Regeniter.

(DR)

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