Todesstrafe fordert US-Katholiken heraus
Papst Franziskus Meinung zur Todesstrafe fordert US-Katholiken heraus

10.10.2018

Mahnungen zum Welttag gegen die Todesstrafe "Das Recht auf Leben gilt immer bedingungslos"

Der Papst hat im Katechismus festgeschrieben: Hinrichtungen sind nicht im Sinne der Kirche. Dafür erntete er Kritik, vor allem aus den USA. Umso wichtiger sei der Einsatz gegen die Todesstrafe, so die Gemeinschaft Sant'Egidio im Interview.

DOMRADIO.DE: Können Sie verstehen, dass Katholiken den Papst für diese endgültige Ächtung der Todesstrafe kritisieren?

Pfarrer Matthias Leineweber (Mitglied der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio): Ich tue mich schwer damit, weil gerade konservative Katholiken das Recht auf Leben in allen Phasen verteidigen, zum Beispiel wenn es um Schwangerschaftsabbrüche geht. Von daher ist es schwierig nachzuvollziehen, warum das nicht in diesem Thema auch so sein soll. Das Recht auf Leben gilt immer bedingungslos.

DOMRADIO.DE: Wie wichtig ist es für den weltweiten Kampf gegen die Todesstrafe, dass der Papst seine Kirche da eindeutig positioniert hat?

Leineweber: Das ermutigt besonders auch die Katholiken, die in diesem Bereich tätig sind - in Gefängnissen, in Todeszellen - gerade auch in den USA, um eine menschlichere Praxis im Justizsystem durchzusetzen. Und es ist auch für die Länder wichtig, in denen die Todesstrafe angewandt wird. Dass diese Länder doch noch mal überlegen: Ist es der richtige Weg oder gibt es nicht auch einen humaneren Weg, um Gerechtigkeit durchzusetzen?

DOMRADIO.DE: Warum kann das aus christlicher Sicht nicht angehen - einen Menschen für ein schlimmes Verbrechen damit zu bestrafen, ihm das Leben zu nehmen?

Leineweber: Weil der Mensch immer ein Geschöpf Gottes ist. Die Ebenbildlichkeit Gottes ist in der Bibel festgeschrieben. Es macht die Würde der Person aus, dass man immer das Recht hat, das eigene Leben zu ändern, auch wenn man schlimmste Verbrechen begangen hat. Und die Hoffnung, dass man ein neues Leben beginnen kann, sollte man nie aufgeben. Das ist unser christliches Prinzip.

DOMRADIO.DE: Sant'Egidio engagiert sich schon sehr lange gegen die Todesstrafe. Wie ist denn der Ist-Zustand im Kampf gegen die Todesstrafe im Jahr 2018?

Leineweber: Wir haben einen Lichtblick in Burkina Faso, wo es leider in diesem Jahr verschiedene schreckliche Terrorangriffe gegeben hat. Das Land hat trotz der Gewalt in der Gesellschaft die Todesstrafe abgeschafft. In Afrika verstärkt sich diese Tendenz. Da haben wir die große Hoffnung, dass Afrika nach Europa der nächste Kontinent wird, der die Todesstrafe ganz abschafft. Dann bleibt die große Herausforderung Asien und auch Amerika.

DOMRADIO.DE: Sant'Egidio startet immer wieder Kampagnen, um ein klares Zeichen gegen die Todesstrafe zu setzen. Was genau planen Sie in diesem Jahr noch?

Leineweber: Die Gemeinschaft hat mit anderen Organisationen den 30. November als Tag der "Städte für das Leben" ins Leben gerufen, um die Zivilgesellschaft zu mobilisieren und zu sensibilisieren. Wir hoffen, dass wieder viele Städte mitmachen. Letztes Jahr waren es über 2.000 Städte weltweit - auch in Ländern, in denen es die Todesstrafe gibt. Und nachdem das Klima in vielen Städten rauer geworden ist, und Populismus und Rassismus wachsen, ist diese Kampagne der Sensibilisierung doch sehr wichtig.

Das Gespräch führte Hilde Regeniter.

(DR)

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