14.06.2018

Positive Aspekte zum Weltblutspendetag Die Deutschen geben gerne

Zum weltweiten Tag der Blutspender an diesem Donnerstag bescheinigen Mediziner den Deutschen eine im internationalen Vergleich hohe Bereitschaft zur Blutspende. Doch angesichts der alternden Gesellschaft wachsen die Herausforderungen.

Drei bis vier Prozent der erwachsenen Bundesbürger gingen zur Blutspende. Das sagte der Ärztliche Direktor am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie in Frankfurt, Erhard Seifried, in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Jährlich gebe es rund vier Millionen Vollblutspenden. Seifried ist auch Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg und Hessen.

Abgesehen von begrenzten zeitlichen und regionalen Engpässen könnten die Blutspendedienste in Deutschland den Bedarf an Fremdblut zu 100 Prozent decken, fügte Seifried hinzu. "Es ist meines Wissens noch kein einziger Patient in der Bundesrepublik wegen fehlender Fremdblut-Vorräte zu Schaden gekommen."

Herausforderungen bleiben

Für die Zukunft sieht der Mediziner dennoch Herausforderungen. In der alternden Gesellschaft wachse einerseits die Zahl von schwerkranken Patienten, die möglicherweise Fremdblut benötigten. Andererseits sinke der Anteil der Spender, weil es derzeit aus medizinischen Gründen eine Altersgrenze von 72 Jahren für Blutspenden gebe.

In den vergangenen 20 Jahren hätten Medizin und Wissenschaft - auch wegen Aids - weltweit alles daran gesetzt, die Qualität und Sicherheit von Blutspenden zu erhöhen. Das sei in einem sehr hohen Maß gelungen, sagte der Mediziner. Jetzt müsse es stärker um einen den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechenden Einsatz von Spenderblut gehen. "Die Frage lautet also: Wann sollen Patienten wie viel Fremdblut erhalten?", so Seifried. Es gehe auch um blutsparende Operationstechniken, Medikamente und Eigenblutspende.

Keine verlässlichen Alternativen

Seifried betonte, bisher gebe es keine verlässlichen Methoden, die Transfusionen mit Fremdblut vollständig ersetzen könnten. "Die Eigenblutspende vor planbaren Operationen hat in den letzten fünf Jahren massiv an Bedeutung verloren und spielt letztlich keine klinische Rolle mehr."

Neue alternative Methoden wie die Herstellung von Blutzellen aus Stammzellen seien derzeit in der Entwicklung und erfolgversprechend, benötigten aber noch viele Jahre, bis sie zur klinischen Anwendung zur Verfügung stehen.

(KNA)

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