Natalie Dedreux
Natalie Dedreux

18.04.2018

Natalie Dedreux hat das Down-Syndrom und setzt sich für Menschen mit Behinderung ein "Ich wünsche mir, dass die Menschen keine Angst mehr vor uns haben"

"Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind" ist das Motto der laufenden ökumenischen Woche für das Leben. Wir haben mit Natalie Dedreux gesprochen, einer jungen Frau mit Down Syndrom, für deren Eltern feststand: Wir wollen unser Kind! 

DOMRADIO.DE:  Sie haben Trisomie 21, also das Down-Syndrom. Und: Sie haben vor der letzten Bundestagswahl bei einer Begegnung mit Kanzlerin Merkel Klartext gesprochen. Was genau haben Sie damals kritisiert?

Natalie Dedreux: Ich hab Merkel zum Thema Spätabbruch gefragt, also von Babys mit Down-Syndrom. Ich finde es nicht gut, dass die Menschen uns abtreiben. Sie haben Angst vor uns. Warum dürfen die das?

DOMRADIO.DE: Danach sind sie ein bisschen berühmt geworden, Sie haben immer wieder Interviews geführt und über Ihr Leben mit dem Down-Syndrom berichtet. Wie finden Sie das, wenn sich die Leute dafür interessieren?

Natalie Dedreux: Ich finde es gut, dass ich im Fernsehen bin, damit die Leute uns mehr kennenlernen und sehen, was für tolle Menschen wir sind. Es wäre schön, wenn sie dann keine Angst mehr vor uns hätten. 

DOMRADIO: Sie sind heute 19 Jahre alt und haben einen Job in einer Caritas-Einrichtung. Was machen Sie da?

Natalie Dedreux: Ich bin mal in der Spülküche, mal mache ich die Wäsche und mal serviere ich bei den Leuten unten im Café.  Am meisten Spaß macht mir das spülen!

DOMRADIO.DE: Ihr Ziel ist es ja, dass sie gerne einmal Journalistin werden möchten. Sie arbeiten auch schon journalistisch, sie schreiben für einen besonderen Blog – den Ohrenkuss. Was ist das für ein Blog?

Natalie Dedreux: Der Ohrenkuss ist ein Magazin, für das nur Menschen mit Down-Syndrom schreiben. 1998 wurde er gegründet, das heißt wir sind gleich alt und kamen sozusagen gemeinsam auf die Welt. In diesem Jahr schreiben wir über das Thema Ozeane. Das Magazin kann man sich kaufen und wir freuen uns über jeden, der das Heft kauft.

DOMRADIO.DE: Ganz oft ist es ja so, dass wir in unserer Gesellschaft über Leute sprechen statt mit ihnen. Zum Beispiel auch mit Menschen mit Behinderung. Wie erleben Sie das normalerweise – sind die Leute auf der Straße, im Job, im Alltag meist nett zu Ihnen?

Natalie Dedreux: Ja klar, es sind alle nett. Aber mir hat mal eine Freundin gesagt, dass ich zu behindert bin. Das fand ich nicht gut und hab dann natürlich geheult. Aber ansonsten sind alle nett.

DOMRADIO.DE: Machen Sie auch schlechte Erfahrungen, weil Sie das Down-Syndrom haben?

Natalie Dedreux: Das Schlimmste ist das Essen und das Abnehmen. Ich werde sonst zu dick. Und ich würde auch gerne mal Auto fahren. Das darf ich aber nicht, weil ich das Down-Syndrom habe.

DOMRADIO.DE:  Was möchten Sie den Leuten mal sagen: Wie sollen die mit Menschen mit Down-Syndrom oder mit irgendwelchen anderen Handicaps am besten umgehen?

Natalie Dedreux: Die Leute sollten höflich sein und ich finde es nicht gut, dass sie uns wie kleine Kinder behandeln. Wir sind normal! Wobei es gut ist, wenn sie mit leichter Sprache zu uns sprechen, damit wir sie leichter verstehen. 

DOMRADIO.DE:  Wie geht es jetzt mit Ihnen weiter? Sie haben einen Job, sie wollen nicht immer nur spülen, obwohl ihnen das Spaß macht. Sie wollen Journalistin werden.

Natalie Dedreux: Ich werde jetzt ein Praktikum bei katholisch.de machen und für das Internet arbeiten. Ich schreibe Texte mit dem Thema Ozeane für den Ohrenkuss und habe jetzt eine eigene Webseite mit meinem Namen. Und ich würde gerne mal Brings, Annette Frier, die Fantastischen Vier und Bjarne Mädel interviewen.

Das Interview führte Hilde Regeniter. 

(DR)

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