Bischof Meister: "Die Situation macht sprachlos."
Ein kleines Mädchen nahe Aleppo

05.12.2017

Kinder und Familien in Syrien haben mit dem Wintereinbruch zu kämpfen In Schlappen durch den Winter

Gerade im Winter werden die Spenden für Kriegsflüchtlinge in Syrien immer dringender gebraucht. Vor allem die Kinder leiden unter der Kälte, erklärt Ninja Charbonneau, Pressesprecherin von Unicef, im DOMRADIO.DE-Interview.

DOMRADIO.DE: Wie sieht so eine Kindheit im syrischen Bürgerkrieg aus?

Ninja Charbonneau (Unicef-Pressesprecherin): Im siebten Kriegswinter ist die Lage nach wie vor sehr schwierig. Man kann es nicht anders sagen: Der Krieg ist noch nicht vorbei. Es wird immer noch hart gekämpft in einigen Teilen des Landes. Wir wissen, dass in der ersten Jahreshälfte mindestens 322 Kinder getötet worden sind. Und das sind nur die Fälle, die wir über Kundenkonten verifizieren. Aber auch die generelle humanitäre Situation ist nach einer so langen Zeit verheerend. Viele Familien müssen in den Ruinen, in den Trümmern ihrer Häuser ausharren oder in notdürftigen Sammelunterkünften. Sie haben nach so langer Zeit keine Ressourcen mehr, nichts Gespartes, keine Familie mehr, die noch helfen könnte. Da ist die Not extrem groß, gerade im Winter.

DOMRADIO.DE: Jetzt bricht in Syrien der Winter an, der genau so kalt ist, wie hier bei uns in Deutschland. Viele Familien und Kinder leben in Flüchtlingslagern im Land. Wie sieht da die Lage aus?

Charbonneau: Das ist eine sehr harte Situation, weil es fast drei Millionen Kinder gibt, die innerhalb des Landes mit ihren Familien auf der Flucht sind. Viele dieser Familien sind vier, fünf, sechs, sieben Mal vertrieben worden und haben wirklich gar nichts mehr. Sie harren da wirklich unter verheerenden Zuständen aus. Wir haben Familien getroffen, als wir gerade in Syrien waren, die sind in Notunterkünften untergebracht, die mal Lagerhallen waren, in denen jetzt notdürftig ein paar Wände eingezogen worden sind. Da gibt es weder Strom noch Heizung, noch fließendes Wasser, noch Fenster oder Türen. Die Kälte kann wirklich ungehindert da rein kommen. Wir haben viele Familien gesehen, in denen die Kinder in Schlappen rumgelaufen sind, einfach weil sie nichts haben und sich auch nichts leisten können. Das sind noch Zehntausende, die so den Winter überstehen müssen und sich wirklich konkrete Sorgen über die Gesundheit ihrer Kinder machen. 

DOMRADIO.DE: Nun sind wir im siebten Jahr des Krieges. Sie als Kinderhilfsorganisation Unicef sind unter anderem dafür da, die Spenden der Menschen aus Deutschland zu verteilen. Kommt denn nach so langen Kriegsjahren überhaupt noch viel an? Spenden die Menschen noch für Syrien?

Charbonneau: Ich muss sagen, wir sind extrem dankbar - sowohl der Bundesregierung als auch unseren privaten Spendern. Unsere Unicef-Spender haben wirklich in der langen Zeit immer zu den Kindern in Syrien und in der Region gehalten. Es ist natürlich schwierig geworden, dadurch dass die allgemeine Aufmerksamkeit und auch die Medienaufmerksamkeit nach der Zeit etwas nachgelassen hat. Deshalb ist es uns so ein großes Anliegen, jetzt noch mal auf die Not der Kinder aufmerksam zu machen und die Dringlichkeit noch mal zu betonen. Wir wissen, dass unsere Kollegen vor Ort gerade für die Winterhilfe, also für Kleidung für Kinder, warme Decken, Heizöfen für die Klassenräume, viel zu wenig Mittel haben. Da sind wir dringend auf weitere Spenden angewiesen.

Das Interview führte Heike Sicconi.

(DR)

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