Erzbischof Stefan Heße
Erzbischof Stefan Heße
Erzbischof Stefan Heße verteilt vor dem St. Marien-Dom Segensbänder an die Teilnehmer des Flüchtlingstages.
Erzbischof Stefan Heße verteilt vor dem St. Marien-Dom Segensbänder an die Teilnehmer des Flüchtlingstages.

26.09.2017

Erzbischof Heße dringt auf leichteren Familiennachzug für Flüchtlinge Nicht mehr ständig um die Nächsten bangen

Familiennachzug fördert die Integration von Flüchtlingen, glaubt der Hamburger Erzbischof Heße. Deswegen sollen Angehörige leichter in Deutschland Fuß fassen können. "Die Willkommens- und Integrationskultur ist nach wie vor stark und vital."

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat sich dafür ausgesprochen, Flüchtlingen in Deutschland den Familiennachzug zu erleichtern. "Menschen leben sich nun einmal viel besser in einer neuen Umgebung ein, wenn sie die nahen Familienangehörigen bei sich haben und nicht ständig um deren Wohlergehen in fernen Bürgerkriegsgebieten bangen müssen", sagte Heße der Deutschen Presse-Agentur. Familiennachzug diene der Integration. Deswegen sei "manches gewonnen, wenn Deutschland von seiner sehr restriktiven Haltung gegenüber dem Familiennachzug abrückte". Heße ist Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen. Die DBK hält bis Donnerstag ihre Herbstvollversammlung in Fulda ab.

Nach der Bundestagswahl wird in der deutschen Politik über einen Rechtsruck diskutiert. Die Rechtsaußen-Partei AfD schwang sich mit einem Ergebnis von 12,6 Prozent zur drittstärksten Kraft im Parlament auf. In ihrem Wahlprogramm forderte sie unter anderem, die Einreise von Schutzsuchenden durch diverse Schritte - unter anderem sofortige Grenzschließung und eine Abschottung auch mit Zäunen - drastisch zu reduzieren und eine "Null-Zuwanderung" zu erreichen. Sie plädierte zugleich für Asylrechtsverschärfungen und eine "jährliche Mindestabschiebequote".

"Fast alle wollen was leisten"

Nach den Worten von Heße ist entscheidend, dass die Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, Chancen bekommen, ihr Leben in der neuen Umgebung eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. "Kaum jemand will nur passiver Empfänger irgendwelcher Sozialleistungen sein. Fast alle wollen etwas leisten und sich selbst beweisen." Um die Flüchtlinge gut zu integrieren, komme es nun auf die Themen Bildung, Ausbildung und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt an.

Heße sagte, im Zeitalter der Globalisierung werde "Deutschland ein Zielland weltweiter Migrationsbewegungen" bleiben. "Natürlich kann man den Dingen nicht einfach ihren Lauf lassen. Die Herausforderungen rufen vielmehr nach politischer Gestaltung." Eine der Fragen laute, wie bei Flucht und Asyl eine gemeinsame europäische Verantwortung verwirklicht werden könne.

"Schützengraben-Mentalität"

Zum gesellschaftlichen Klima sagte Heße: "Die Menschen in Deutschland erleben den Zuzug der vielen Flüchtlinge und Migranten sehr unterschiedlich. Manche freuen sich über wachsende kulturelle Vielfalt, andere sehen eher die Lasten und Schwierigkeiten, die mit der großen Zahl von Neuankömmlingen natürlich auch verbunden sind." Angesichts der verschiedenen Standpunkte kritisierte er eine "Schützengraben-Mentalität".

Angesichts der großen Zahl ehrenamtlicher Helfer könne man aber nicht von einem abgekühlten Willkommensklima sprechen: "Die Willkommens- und Integrationskultur ist also nach wie vor stark und vital." Es werde auch zu wenig gewürdigt, dass Deutschland die "große Herausforderung der zurückliegenden Jahre alles in allem erfolgreich bestanden habe".

Jörn Perske
(dpa)

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