Friedenstauben
Taube als Zeichen des Friedens

02.09.2017

Aachener Friedenspreis verliehen Auszeichnung für zivilen Ungehorsam gegen Militäranlagen

​Der diesjährige Aachener Friedenspreis will ein "Zeichen gegen die zunehmende Entfesselung von Kriegen" setzen. Geehrt wurden eine sizilianische Initiative gegen Rassismus und Militarismus sowie eine deutsche Jugend-Protestgruppe.

Mit dem Aachener Friedenspreis sind am Freitagabend zwei Gruppen ausgezeichnet worden, die mit Blockaden und andern Aktionen gegen militärische Einrichtungen protestieren. Der Preis ging an die sizilianische Friedensinitiative No MUOS und das Jugendnetzwerk JunepA. Der Kabarettist Urban Priol würdigte die Preisträger in seiner Laudatio als "wirkmächtige Davids der europäischen Gesellschaft, die Zivilcourage und zivilen Ungehorsam gegen die Goliaths dieser Welt leben".

"Wir ehren zwei Organisationen, die sich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams unter anderem für eine friedliche Welt, die Abschaffung von Waffen und ein solidarisches Miteinander engagieren", sagte Tina Terschmitten vom Vorstand des Friedenspreis-Vereins laut Redetext.

Zeit für Frieden

Die drohende Gefahr eines Atomkriegs angesichts der nordkoreanischen Raketentests zeige: "Es ist allerhöchste Zeit für konsequente Abrüstung und das Verbot von Waffen- und Rüstungsexporten."

Mit der Auszeichnung der sizilianischen Initiative "No MUOS" will der Verein "Aachener Friedenspreis" nach eigenen Angaben "die Gruppe durch Solidarität und öffentliche Aufmerksamkeit in ihrem Widerstand bestärken und ein Zeichen gegen die zunehmende Entfesselung von Kriegen setzen". "No MUOS" kämpft seit 2009 für eine Schließung von Radar- und Sendeanlagen auf einem US-Militärstützpunkt auf der süditalienischen Insel.

Wer sind die Preisträger?

Die gesellschaftlich breit getragene Gruppe kritisiert, dass das Satellitenkommunikations-System MUOS mit seiner Überwachungstechnologie den Weltfrieden, die Umwelt und die Gesundheit der Inselbewohner bedrohe. Sie wehrt sich mit verschiedenen Protestformen gegen die italienischen, US-amerikanischen und Nato-Militärstrukturen auf Sizilien, wie es hieß. Die Anlagen seien "sowohl in Kriegseinsätze als auch in die tödliche EU-Migrationspolitik eingebunden".

Das Jugendnetzwerk JunepA werde für seine "kreativen Formen des zivilen Ungehorsams" geehrt, mit denen die Aktivisten immer dort seien, "wo es brennt und wo es den Finger in die Wunden der heutigen Zeit zu legen gilt", heißt es in der Preisbegründung. Die 2013 gegründete Vernetzungsplattform setze sich mit vielfältigen Aktionen nicht nur gegen Atomwaffen und Rüstungsexporte ein, sondern auch gegen den Freihandel und für den Klimaschutz. Regionalgruppen gibt es in Berlin, Lüneburg, Göttingen und im Rhein-Main-Gebiet.

Das Netzwerk beteiligt sich unter anderem an Protesten am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel, wo Friedensaktivisten die letzten in Deutschland gelagerten Atomwaffen vermuten. Mit ihrem zivilen Ungehorsam wollten die Aktivisten "Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie sein", hieß es. Die Auszeichnung solle Motivation für viele weitere junge Menschen sein, sich politisch zu engagieren und friedlich für eine bessere Welt zu kämpfen.

(epd)

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