Ein Mädchen bettelt an einem Auto
Ein Mädchen bettelt an einem Auto

20.07.2017

Experten raten von Spenden für bettelnde Kinder ab Almosen machen es nur schlimmer

Ein trauriger Blick, eine aufgehaltene Hand: Offensiv gehen bettelnde Kinder auf Touristen zu. Häufig genug stecken die Reisenden den jungen Bettler etwas zu. Die Organisation SOS-Kinderdörfer weltweit rät von diesen Spenden ab.

"Wer das Betteln unterstützt, verschlimmert die Situation für die Kinder und ihre Familien. Er trägt dazu bei, dass sie im Kreislauf der Armut gefangen bleiben", erklärte der nationale Leiter der SOS-Kinderdörfer in Brasilien, Sandro Greco, am Donnerstag. 

Plakatkampagne gegen Bettel-Almosen

Am Flughafen im brasilianischen Sao Paulo habe SOS-Kinderdörfer daher eine Kampagne mit dem Titel "Keine Unterstützung für Betteln und Kinderarbeit! Investiere in die Zukunft!" gestartet. Ziel sei, Urlauber aufzuklären und armen Familien im Umfeld des Flughafens nachhaltig zu helfen.

Rund 120.000 Menschen seien an Brasiliens größtem Flughafen täglich unterwegs. Es sei "gängige Praxis", dass notleidende Familien ihre Kinder dorthin zum Betteln schickten. Im Gegensatz zu anderen Formen der Kinderarbeit sei das Betteln in Brasilien gesetzlich erlaubt.

Bis zu 16 Stunden betteln Kinder pro Tag

"Dabei werden die Kinder dramatisch ihrer Rechte beraubt", so die Kinderhilfsorganisation.

"Die Kinder sind oft bis zu 16 Stunden täglich mit dem Sammeln von Geld beschäftigt, können nicht in die Schule gehen, sind Gefahren ausgesetzt." In vielen Ländern würden Kinder auch Opfer krimineller Banden und von Entführung - "in den schlimmsten Fällen werden sie sogar mutwillig verstümmelt, damit sie besonderes Mitleid erregen und höhere Einnahmen erzielen".

"Gefährliche Kinderarbeit"

Nach offiziellen Zahlen mussten den Angaben zufolge im Jahr 2013 weltweit 168 Millionen Kinder mehrere Stunden am Tag arbeiten, 85 Millionen waren gezwungen, gefährliche Arbeiten zu verrichten. "Auch Betteln gilt als gefährliche Kinderarbeit", hieß es.

Die Hilfsorganisation empfiehlt stattdessen, die Arbeit anerkannter Hilfsorganisationen vor Ort zu unterstützen. Sinnvoll sei auch, in langfristige Projekte, die die Situation der Kinder dauerhaft verbesserten, zu investieren.

 

(KNA)

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