Alleinerziehende: Besonders armutsgefährdet
Alleinerziehende: Besonders armutsgefährdet
Caritas-Präsident Peter Neher im Gespräch
Caritas-Präsident Peter Neher im Gespräch

19.06.2017

Verbände dringen auf Kampf gegen Armut Politik ohne Konzept

Immer mehr überschuldete Haushalte, immer mehr Wohnungslose: Es gibt immer mehr Warnsignale in der Gesellschaft, sagt die Caritas. Sie dringt darauf, Armut stärker entgegen zu treten.

Wohlfahrtsverbände und Wissenschaftler dringen auf mehr Engagement im Kampf gegen Armut und Ungleichheit. "Wenn über Jahre eine unvermindert hohe Zahl von Menschen von Armut bedroht ist, so kann uns das nicht gleichgültig sein", sagte Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich der Anhörung zum 5. Armuts- und Reichtumsbericht am Montag in Berlin.

Besonders bedenklich ist aus Sicht der Caritas, dass es immer mehr überschuldete Haushalte gibt und die Zahl der Wohnungslosen steigt. Auch dürften Bildungschancen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Caritas-Experte Thomas Becker betonte bei der Anhörung, dass vergleichsweise viele Arbeitslose seit Einführung der Grundsicherung Bezieher dieser staatlichen Leistung seien und die Betroffenen endlich Hilfe bräuchten, um den Weg in den Arbeitsmarkt zu finden.

Kein Konzept gegen Armut

Der Paritätische Gesamtverband beklagte, dass der Bericht zwar die Armut dokumentiere, aber kein Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Armut liefere. An vielen Stellen fehlten auch Daten zur Armut in Deutschland, etwa bei der Wohnungsnot oder der sogenannten verdeckten Armut.

Die Nationale Armutskonferenz nannte Wohnungsnot als zentrales Armutsrisiko und warnte davor, dass Pflege kein Armutsrisiko sein dürfe. Arbeit um jeden Preis sei zudem keine Lösung, wichtig sei stattdessen ein existenzsicherndes Gehalt.

Starke regionale Unterschiede

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hielt in der Stellungnahme fest, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland mit Blick auf die Verteilung von Reichtum und Armut stabilisert habe. Zugleich gebe es weiterhin zu viele Langzeitarbeitlose, zu starke regionale Unterschiede und schlechte Aufstiegschancen. Mit Blick auf die Befragung Hochvermögender brachte die Sachverständige Judith Niehues vor, dass sich der Reichtum dieser Gruppe nicht ausschließlich aus Erbschaften speise.

Nach langwierigen Beratungen und mit zahlreichen Änderungen hatte das Bundeskabinett Mitte April den Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts beschlossen. Bei der Veröffentlichung erklärte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), dass der wirtschaftliche Aufschwung nicht bei allen ankomme. Die unteren 40 Prozent der Beschäftigten hätten 2015 real weniger verdient als Mitte der 90er-Jahre. Ein erhöhtes Armutsrisiko besteht laut Bericht vor allem für Kinder und Alleinerziehende.

(KNA)

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