Arbeitslosigkeit?
Arbeitslosigkeit?

12.06.2017

Düstere Aussichten bei der Internationalen Arbeitskonferenz der UN Vatikan wirbt für "grüne Wirtschaft"

Die Weltwirtschaft sei nicht in der Lage, für genügend Arbeitsplätze zu sorgen, so Erzbischof Ivan Jurkovic bei der Internationalen Arbeitskonferenz der UN am Montag in Gend. Er warb indes für eine "inklusive grüne Wirtschaft" als Wachstumsmotor in Entwicklungs-, Schwellen- und Industriestaaten. 

Zwischen Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit dürfe es keinen Gegensatz geben, sagte der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic, bei der Internationalen Arbeitskonferenz am Montag.

Für einen Wandel im unternehmerischen Denken müsse man auch die ökonomischen und sozialen Kosten für den Verbrauch natürlicher Ressourcen in Rechnung ziehen. Beim gegenwärtigen Trend drohten weltweit breite Unterbeschäftigung, soziale Ungleichheit und Unruhen, warnte der Nuntius.

Arbeitslosigkeit soll steigen

UN-Prognosen rechneten bald mit 200 Millionen Menschen ohne Job, so Jurkovic. Von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen seien weltweit 71 Millionen arbeitslos, 156 Millionen lebten trotz Beschäftigung unterhalb der Armutsgrenze; dies entspreche zusammen fast 43 Prozent der jungen Generation. Bei diesem Szenario würden junge Menschen an den gesellschaftlichen Rand gedrängt und zur Migration gezwungen, sagte der Vatikandiplomat.

Auch in neuen technologischen Arbeitsfeldern sah der Nuntius größere Gefahren als Nutzen. So würden insgesamt voraussichtlich mehr Jobs vernichtet als neue geschaffen. Der Wegfall von 30 bis 50 Prozent der Stellen in Entwicklungs- und Industriestaaten durch Automatisierung stelle den Arbeitnehmerschutz und die Gesellschaft vor unabsehbare Folgen.

Gleiche Chance für alle?

Zudem führten die neuen Anforderungen an Spezialisierung zu einer weiteren Chancenungleichheit. Künftig hinge eine Integration in den Arbeitsmarkt vor allem von der Fähigkeit ab, technologische Fertigkeiten zu erwerben.

Gerade in schwach entwickelten Ländern hingen die Reduzierung der Arbeitslosigkeit und das Wirtschaftswachstum aber von niedrig bezahlten Jobs für gering Qualifizierte ab. Jurkovic mahnte in dem Zusammenhang auch zu neuen Bildungsansätzen, um einer Lücke zwischen qualifizierten und nicht qualifizierten Bewerbern und einer daraus resultierenden Ungleichheit entgegenzuwirken.

(KNA)

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