Kongress der "Allianz für Weltoffenheit - warum treten wir gemeinsam für gelebte Demokratie ein?"
Kongress der "Allianz für Weltoffenheit - warum treten wir gemeinsam für gelebte Demokratie ein?"

04.05.2017

Demokratie-Kongress würdigt Rolle von Austausch und Begegnung Miteinander reden? Ja bitte!

Mehrere hundert Menschen reden auf einem Kongress in Köln über gesellschaftlichen Zusammenhalt. So verschieden die Teilnehmer sind: Einig zeigen sie sich darin, dass Gespräch und Austausch am wichtigsten sind.

Am Ende wird Moritz Brake lauten Applaus bekommen. Der Kapitänleutnant, der vor Somalia und dem Libanon auf See im Einsatz war, tritt vor mehreren Hundert Zuhörern für die Menschenwürde ohne jeden Unterschied ein. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn zumindest auf dem Papier ist die Würde aller Menschen bekanntlich unantastbar. Doch in Zeiten von Populismus und Extremismus bekommt ein solches Bekenntnis mitunter eine Signalwirkung. "Wir müssen unser Schiff stärker machen", sagt Brake denn auch metaphorisch mit Blick zum Beispiel auf die Aufnahme von Migranten in Deutschland.

Brake hebt außerdem die Rolle des gegenseitigen Austausches und von persönlichen Begegnungen hervor - etwas, das auch andere Redner auf dem Kongress "Gemeinsam für gelebte Demokratie" am Donnerstag in Köln immer wieder mit Nachdruck tun. Reisen: Sehen, wie es Menschen in anderen Weltgegenden geht; wenn man selbst nicht reisen kann: Menschen zuhören, die unterwegs waren.

Direkter Kontakt mit Flüchtlingen wichtig

"Wichtig ist, dass wir voneinander erzählen", sagt der katholische Erzbischof von Hamburg und Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stefan Heße. Er spricht sich für Projekte aus, in deren Mittelpunkt Begegnungen und der Austausch stehen und betont aus seiner eigenen Erfahrung: "Wenn man eine Fluchtgeschichte hört, wird einem ganz anders." Normalerweise verlasse niemand freiwillig seine Heimat.

"Je direkter der Kontakt ist, desto geringer sind die Vorbehalte", sagt Heße und ergänzt: Es gelte, den Anderen als "Geheimnis" und Bereicherung zu erleben. Gemeinsam wollen sich in der "Allianz für Weltoffenheit", die den Kongress in Köln veranstaltet, Vertreter von Religionen und Verbänden für mehr Weltoffenheit und Demokratie stark machen. Die "Allianz" versteht sich dafür auch als eine Art Netzwerk.

Der Kongress steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Es ist das erste große Treffen der "Allianz", zu deren Gründungsmitgliedern unter anderem die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland, der Koordinierungsrat der Muslime, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie andere Verbände gehören.

"Demokratie macht Spaß"

In dem im Grundgesetz festgeschriebenen Satz "Die Würde des Menschen ist unantastbar" könne sich jeder wiederfinden, meint der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. Dies müsse viel stärker in die Gesellschaft hineingetragen werden. Denn: "Demokratie macht Spaß", resümiert Mazyek  - auch wenn sie zuweilen Mühe bereitet.

Ähnliches konstatiert auch Erzbischof Heße. "Wir leben in einer pluralen Gesellschaft in Deutschland, und wir sind Teil einer pluralen Gesellschaft." Dies sei aufwendiger, als wenn man in einer "Monokultur" oder unter einer Glasglocke lebe. Diese Glasglocke sei zerbrochen, und man müsse die "Last der Pluralität" tragen.

Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Vieles, was im Grundgesetz steht, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, Bildung und Kultur, sich nicht verschließen und das Gespräch suchen, so Heße. Ein Vertreter des Lesben- und Schwulenverbandes hat da ein ganz konkretes Anliegen: Er wünsche sich, dass sich auch die Kirche Homosexuellen stärker öffne.

Gerechtigkeit

"Fangen Sie an, mit Menschen über das zu sprechen, was sie interessiert", sagt der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert. Etwa über die Gerechtigkeit, so wie es SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mache. Diese Debatte müsse aktiv geführt werden - "dann hat sich Rechtspopulismus erledigt".

Kapitänleutnant Brake lenkt den Blick noch einmal auf die Verhältnisse außerhalb Deutschlands und spricht sich für Projekte zum Austausch von "Otto-Normal-Menschen" etwa mit der Türkei aus. "Wenn wir wirklich an die Würde des Menschen glauben, gilt das auch für Menschen in autoritären Staaten."

Leticia Witte
(KNA)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 22.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Die Weltkirche im Rücken - Bonifatiuswerk über Papstreise nach Litauen
  • Gespräch zum Tagesevangelium mit Dr. Thomas Sparr
  • Ausblick auf die Deutsche Bischofskonferenz in Fulda - Gespräch mit Ingo Brüggenjürgen
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • 40 Jahre Weltkulturerbe - Aachener Dom
  • Buch Mormon- Eine religiöse Schrift reist durch die Jahrtausende
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • 40 Jahre Weltkulturerbe - Aachener Dom
  • Buch Mormon- Eine religiöse Schrift reist durch die Jahrtausende
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Kühe beim Almabtrieb
    23.09.2018 00:00
    Alle Wetter!

    4. September-Woche: Engel, fet...

  • Spätsommerfrühherbst
    23.09.2018 07:10
    WunderBar

    Die Spätsommerfrühherbstfamili...

  • Markusevangelium
    23.09.2018 07:50
    Evangelium

    Mk 9,30–37

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen