Deutschland liegt bei Waffenlieferungen auf Platz Fünf
Pax Christi setzt sich gegen Waffenhandel ein

15.02.2017

Pax Christi wehrt sich gegen Streichung von DBK-Geldern Friedensarbeit auf dem Abstellgleis?

Den Einsatz für Frieden und Gewaltfreiheit hat sich die katholische Friedensbewegung Pax Christi auf die Fahnen geschrieben. Nun will die Deutsche Bischofskonferenz finanzielle Mittel streichen, doch Pax Christi "kämpft" dagegen an.

domradio.de: Lassen Sie uns kurz die Hintergründe klären: Zu 80 Prozent finanzieren Sie Ihre Arbeit ohnehin aus Mitgliederbeiträgen und Spenden. 20 Prozent bekamen sie vom VDD, dem  Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. Genau diese 20 Prozent sollen jetzt wegfallen. Mit welcher Begründung?

Wiltrud Rösch-Metzler (Bundesvorsitzende von Pax Christi): Die Begründung sieht so aus, dass die Bischofskonferenz sparen muss. Daran ist zunächst einmal nichts falsch. Wir sind ja auch nicht für die Verschwendung von Kirchensteuermitteln. Pax Christi selbst geht sehr sparsam mit dem eigenen Haushalt um. Aber wir sollen ab dem Jahr 2018 auf null gesetzt werden, also kaputtgespart werden. Das können wir nicht so einfach hinnehmen. Es war wohl so, dass es in der Bischofskonferenz eine Haushaltskommission gab, die aussortiert hat, wer noch überdiözesan förderungswürdig ist und wer nicht. Pax Christi kam dabei in die schlechteste Kategorie, also nicht überdiözesan förderungswürdig. Wir kennen allerdings die Gründe dafür nicht. Wir haben regelmäßig nachgefragt und wollten die Kriterien wissen, weshalb wir so eingestuft wurden. Eine Antwort haben wir bis heute nicht darauf bekommen. Es ist ein intransparenter Sparprozess.

domradio.de: Dass Sie von Pax Christi das nicht in Ordnung finden, liegt auf der Hand. Könnten Sie ohne die Finanzspritze der Bischöfe Ihre Arbeit in der gewohnten Form denn überhaupt fortsetzen?

Rösch-Metzler: Nein, das können wir so nicht. Es sei denn, es gibt großzügige Menschen, die diese finanzielle Lücke schließen können. Aber das Geld ist nur das Eine. Das Andere ist für uns aber auch die mangelnde Wertschätzung der Arbeit von Pax Christi. In dieser Situation die Kirchensteuermittel zu entziehen, drückt aus, dass die Bischöfe nur noch wenig für Friedensarbeit übrig haben, die wir von Pax Christi als einen Dienst an der Kirche begreifen und wo wir davon ausgegangen sind, dass dies ein wichtiger Bereich innerhalb der katholischen Kirche ist.

domradio.de: Sie sagen, gerade heute sei die Streichung der Mittel ein fatales Zeichen. Warum genau?

Rösch-Metzler: Da spielt natürlich die momentane Weltlage eine Rolle. Ob wir nun von einer zerbröckelten Welt reden oder einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, ist eigentlich egal, aber die Menschen spüren einfach wieder wie wichtig es ist, für den Weltfrieden einzutreten und darauf  zu achten, dass die deutsche und europäische Politik nicht zu Krieg und Gewalt in anderen Ländern beitragen. Wir müssen unsere Kräfte in Kirche und Gesellschaft für eine aktive Gewaltfreiheit bündeln. Damit würden wir ja auch Papst Franziskus unterstützen, der zu Gewaltfreiheit aufruft. Zuletzt war das am Weltfriedenstag am 1. Januar zu registrieren, als er Gewaltfreiheit als Stil der Politik bezeichnete.

domradio.de: Sie haben Ihren Kampf um die Mittel noch nicht aufgegeben und eine Online-Petition gestartet, verbunden mit einem eindringlichen Appell an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Was ist die Quintessenz dieses Appells?

Rösch-Metzler: Zunächst zur Petition: Die gestaltet sich sehr schön. In nur 48 Stunden haben wir bereits über 2.200 Unterschriften gesammelt. Es gibt sehr viele Kommentare, in denen Menschen ihre Entrüstung zum Ausdruck bringen. Zudem ist es eine große Ermutigung für uns, dass wir eine solche Welle der Solidarität mit Pax Christi erfahren. Die Quintessenz unseres Appells an die Bischofskonferenz lautet, die Mittel für Pax Christi nicht zu streichen.

domradio.de: Wenn jemand Interesse hat, Ihr Anliegen zu unterstützen, wie findet man dann Ihre Petition?

Rösch-Metzler: Die findet man auf der Homepage von Pax Christi. Wir freuen uns sehr über weitere Unterstützung.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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