"Mut zum Miteinander"
"Mut zum Miteinander"
Dietrich Grönemeyer
Dietrich Grönemeyer

05.11.2016

Dietrich Grönemeyer für ein anderes Miteinander "Vom Ich zum Du"

Eine Gesellschaft, die isoliert, schürt die Ängst der Menschen und macht sie krank. Damit sie wieder zueinander finden, bedarf es einer ordentlichen Prise Mut, erklärt der Mediziner und Autor Dietrich Grönemeyer in seinem Buch "Mut zum Miteinander."

domradio.de: Wieso braucht es "Mut", um miteinander zu leben?

Prof. Dietrich Grönemeyer (Mediziner und Autor): Wir Menschen geraten immer mehr in Isolation und ziehen uns zurück. Besonders in Europa sind die größten Krankheitsarten mittlerweile Burnout und Depressionen. Wir sind in den Städten, aber auch auf dem Land zunehmend isoliert. Immer mehr ältere Menschen leben ganz alleine und deswegen nimmt auch die Angst zu. Die Angst vor dem Neuen, die Angst vor der Zukunft und auch die Angst, dass man immer mehr verarmt.

domradio.de: Jetzt befassen Sie sich als Arzt und Autor schon länger mit den Themen. Ist die Isolation denn etwas, was in den letzten Jahren zunimmt?  

Grönemeyer: Ich erlebe als Arzt, der jedem Menschen gleich begegnet, egal aus welcher Schicht oder Religionsgemeinschaft er kommt oder welche politische Einstellung er hat, dass die Menschen zunehmend psychosomatisch krank sind. Ich bin der Rückenspezialist und erlebe, wie die Haltung abnimmt, die Haltung zu sich selbst, aber auch die Haltung zum Leben an sich. Wenn man mal ins Englische guckt, da bedeutet Haltung auch Rückgrat. Ich sehe, dass Menschen immer mehr gebeugt sind und immer mehr Bandscheibenvorfälle haben, weil sie unter der Angst, der Last, unter dem Mobbing und eben unter der Zukunft fast zerbrechen. Eine gesunde Haltung kann nur wieder gegeben werden, wenn wir als Menschen immer mehr angstfrei aufeinander zugehen.

domradio.de: Das heißt, psychosomatische Probleme manifestieren sich dann auch körperlich?

Grönemeyer: Sie manifestieren sich im Rücken und im Herzen, sodass zum Beispiel Herzerkrankungen zunehmen. Das Herz ist nicht nur eine Pumpe, sondern auch ein fühlendes Organ. Sie manifestieren sich im Gehirn. Folglich schalten wir ab und werden immer vergesslicher. Wenn wir diese Zusammenhänge nicht begreifen und auch nicht fühlen, werden immer mehr Menschen chronisch krank werden. Auch da sage ich wieder: Es ist entscheidend, dass der Andere das auch bemerkt, sozusagen "vom Ich zum Du".

domradio.de: Kann den Menschen auch eine Spiritualität, ein Glaube bei dem Aufrichten helfen?

Grönemeyer: Das ist auch das Verrückte und Traurige in unserer Zeit. Wir empfinden uns nicht mehr als spirituelle Wesen, sondern wir empfinden uns als Marionetten eines Systems, was wir nicht durchschauen und haben gerade aus diesem Grunde ganz viel Angst. Aber wir sind alle spirituell und jeder von uns glaubt, selbst der Atheist glaubt. Er glaubt an die Kraft der Natur. Wir können uns auf ein gemeinsames Ganzes zurückbesinnen, auf unseren Schöpfer, der uns letztendlich trägt. 

Wir entscheiden nicht, wann wir kommen und wann wir gehen. Mein Bruder ist an Allerheiligen gestorben und ich musste demütig erkennen, dass nicht ich entscheide und auch nicht er oder wir alle, wann er geht, sondern es ist geschehen und er wurde mit Liebe getragen.

Das Gespräch führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

Weltjugendtag in Panama

Panama

"Loss mer singe för doheim"

Die große Loss mer singe Radioparty am 25. Januar ab 18 Uhr nur im DOMRADIO!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wort des Bischofs - Das Buch

Alle Impulse aus den Jahren 2017/18 jetzt auch als Buch!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.01.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Kölner Katholiken feiern Friedensgottesdienst im Dom
  • "Überwältigend!" - Gastfreundschaft bei Tage der Begegnung begeistert
  • Mehr Öko! - "Wir haben es satt"-Demo am Samstag in Berlin
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Gebetswoche für die Einheit der Christen beginnt
  • Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) zu 100 Jahre Frauenwahlrecht
  • Care for Integration: Geflüchtete werden Altenpflegehelfer
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Gebetswoche für die Einheit der Christen beginnt
  • Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) zu 100 Jahre Frauenwahlrecht
  • Care for Integration: Geflüchtete werden Altenpflegehelfer
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 100 Jahre Bauhaus: Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode ist einziges Bauhaus Kloster in Deutschland
  • Grüne Woche in Berlin: Gepa zu Armutsbekämpfung
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 100 Jahre Bauhaus: Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode ist einziges Bauhaus Kloster in Deutschland
  • Grüne Woche in Berlin: Gepa zu Armutsbekämpfung
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.