Kindergarten in Lübbenau
Erzieherinnen im Kindergarten

29.06.2016

Neue Studie zum Betreuungsschlüssel in Kitas vorgestellt Es wird langsam besser

Der Betreuungsschlüssel in deutschen Kindertagesstätten hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Doch laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung reicht das Personal noch nicht aus.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) dringt unterdessen darauf, die Qualität der Kita-Betreuung zu verbessern und mehr Geld und Personal einzusetzen. Derzeit kommen auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft durchschnittlich 4,3 ganztags betreute Krippenkinder unter drei Jahren oder 9,3 Kindergartenkinder über drei Jahren, wie es im aktuellen "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung heißt, der am Mittwoch in Gütersloh veröffentlicht wurde.

Gemeinsames "Qualitätsgesetz"

Familienministerin Schwesig sprach sich im "Morgenmagazin" der ARD erneut für ein gemeinsames "Qualitätsgesetz" in der staatlichen Kinderbetreuung aus, das auch den Betreuungsschlüssel regeln solle. In Ostdeutschland habe es immer Betreuung in großen Gruppen gegeben, sagte Schwesig. Noch heute habe man dort einen Betreuungsschlüssel von einem Erzieher und 18 Kindern. "Davon muss man runterkommen", forderte die Ministerin. Laut Empfehlung der Bertelsmann Stiftung soll eine Erzieherin statistisch für höchstens drei Kleinkinder oder 7,5 Kinder über drei Jahren zuständig sein.

Schere zwischen Ost und West

Wie die Studie zeigt, klafft generell klafft eine Schere zwischen Ost und West: So ist eine ostdeutsche Erzieherin durchschnittlich für 6,1 Krippenkinder zuständig, eine westdeutsche nur für 3,6 Jungen und Mädchen. Den besten Personalschlüssel haben laut Studie die Kitas in Baden-Württemberg mit drei Krippenkindern und 7,7 Kindergartenkindern pro Erzieherin, gefolgt von Bremen (3,3/7,7). Um die Lücke zu schließen, sind laut Studie bundesweit zusätzlich 107.000 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte erforderlich. Das würde jährlich rund 4,8 Milliarden Euro mehr kosten. Grundlage der jährlichen Studie sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder von März 2015.

Deutsches Kinderhilfswerk fordert Verbesserungen

Auch das Deutsche Kinderhilfswerk fordert von Bund, Ländern und Kommunen weitere Kraftanstrengungen zur Verbesserung der Kita-Qualität in Deutschland. Dazu braucht es aus Sicht des Kinderhilfswerks bundesweite qualitative Mindeststandards, die im Kinder- und Jugendhilfegesetz festgeschrieben werden sollten. Im Fokus dürfe jetzt aber nicht nur der Personalschlüssel stehen: "Auch die Mitbestimmung von Kindern in Kindertageseinrichtungen sollte als Qualitätsfaktor ins Zentrum der Arbeit rücken", sagte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann anlässlich der Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung.

Bund und Länder stünden in einem gemeinsamen "Qualitätsdialog", fügte Schwesig hinzu. Bisher fehlten gemeinsame Standards hinsichtlich Größe der Gruppen und Ausbildung der Erzieher. Sie wolle die Qualität der Kita-Betreuung verbessern und mehr Geld und Personal einsetzen. "Ich unterstütze ein Qualitätsgesetz. Ich würde es gerne machen. Aber es geht natürlich nur mit den Ländern gemeinsam. Da gab es bisher keine Zustimmung dafür, dass wir einheitliche Standards festsetzen, selbst, wenn der Bund Geld geben würde."

Schon jetzt gehe das Betreuungsgeld an die Bundesländer. Ab 2017 können laut Schwesig bis zu 10.000 mehr Erzieher für die Sprachförderung eingestellt werden.

(epd)

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