Verteilung von Lebensmitteln im Jemen
Verteilung von Lebensmitteln im Jemen

24.03.2016

Oxfam warnt vor akuter Hungersnot im Jemen Humanitäre Hilfe statt Waffen

​Die Lage im Jemen könnte sich nach Einschätzung der Entwicklungsorganisation Oxfam weiter zuspitzen. Durch eine sich abzeichnende Finanzkrise drohe eine akute Hungersnot für 7,6 Millionen Menschen, schreibt Oxfam.

Die Entwicklungshilfeorganisation hat am Donnerstag einen Bericht unter dem Titel "Yemen's invisible food crisis" (dt. "Die unsichtbare Ernährungskrise im Jemen") veröffentlicht. Ein Viertel der rund 25 Millionen Einwohner sei gefährdet, so Oxfam.

Hauptursachen für die kaum beachtete Ernährungskrise seien die Zerstörung von Bauernhöfen und Märkten, eine weitgehende Abriegelung von Häfen und fehlender Treibstoff. Ein Jahr nach Ausbruch des Konflikts in dem arabischen Land könne zudem die jemenitische Zentralbank die Preise für Grundnahrungsmittel nicht mehr stabilisieren, und immer mehr internationale Banken verweigerten Nahrungsmittelimporteuren die Kredite, heißt es in dem Bericht.

Mehr als 14 Millionen hungern

Seit Februar gibt es demnach keine günstigen Wechselkurse mehr für den Import von Zucker. Laut Berichten, die Oxfam vorliegen, steht dies auch für Weizen und Reis bevor. "Die Folge wären eine dramatische Nahrungsmittelknappheit und weiter steigende Preise", erklärte die Organisation. "Für ein Land, das 90 Prozent seiner Lebensmittel importiert, eine verheerende Entwicklung."

Derzeit litten 14,4 Millionen Jemeniter an Hunger, so der zuständige Oxfam-Landesdirektor Sajjad Mohamed Sajid. "Die Mehrheit von ihnen wird in extreme Not getrieben, wenn das Finanzsystem kollabiert und dadurch die Preise für Lebensmittel explodieren." Zwei Drittel der Befragten hätten in einer Umfrage der Organisation angegeben, dass sie sich für den Kauf von Lebensmittel verschuldeten. Auf Märkten seien weder Gemüse noch Milchpulver für Säuglinge erhältlich.

Forderung an internationale Gemeinschaft

Die internationale Gemeinschaft müsse den Finanzsektor und die lokalen Lebensmittelimporteure unterstützen sowie Transportwege offenhalten, forderte Oxfam. Die von den Vereinten Nationen geforderte Finanzierung der humanitären Hilfe für das Land sei bislang lediglich zu vier Prozent gedeckt. Oxfam kritisierte, dass zugleich weiterhin Waffen an die Konfliktparteien geliefert würden.

Seit Beginn der saudi-arabischen Luftangriffe sind laut Oxfam 6.100 Jemeniter ums Leben gekommen, 2,4 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Im vergangenen Juli riefen die Vereinten Nationen die höchste Notstandsstufe aus.

(KNA)

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