König Abdullah von Jordanien
König Abdullah von Jordanien

17.03.2016

Preis des Westfälischen Friedens Einsatz für Flüchtlinge und Völkerverständigung

Der Preis des Westfälischen Friedens setzt ein Zeichen für Solidarität: Für die Aufnahme einer hohen Zahl von Flüchtlingen in Jordanien wird König Abdullah II. gewürdigt. Zweiter Preisträger ist die Aktion Sühnezeichen.

Mit dem 10. Westfälischen Friedenspreis werden der jordanischen König Abdullah II. und die Aktion Sühnezeichen ausgezeichnet. Der jordanische König genieße in der islamischen Welt ein hohes Ansehen als Vermittler bei unterschiedlichsten Konflikten, sagte der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, Reinhard Zinkann, am Mittwoch in Münster. Gewürdigt werde mit dem Preis besonders sein Einsatz für Flüchtlinge aus dem Libanon.

Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung ist mit 100.000 Euro dotiert. Sie wird am 8. Oktober im Rathaus Münster überreicht. Die Laudatio hält Bundespräsident Joachim Gauck.

"Einziger Stabilitätsanker der Region"

Jordanien habe ein Viertel so viele Flüchtlinge wie Einwohner, erklärte Zinkann. Wenn man sehe, wie sich Deutschland mit seinen 80 Millionen Einwohnern schon mit einer Million Flüchtlinge schwer tue, "dann kann man diese Leistung einschätzen". Jordanien stehe zugleich im Brennpunkt der Krise im Nahen Osten und sei dennoch der einzige Stabilitätsanker der Region.

"Der König vertritt entschieden die Position, dass Sicherheit und Frieden in der nahöstlichen Region abhängig sind vom gegenseitigen Willen zur Koexistenz und zum Zusammenleben", begründete die Jury die Entscheidung.

Beitrag zur Völkerverständigung

 Als weiterer Preisträger wird die Jugendorganisation Aktion Sühnezeichen gewürdigt, die eine Hälfte des Preises erhält. Die Jugendorganisation leiste seit vielen Jahren einen Beitrag zur Völkerverständigung, erläuterte Zinkann die Entscheidung.

Die 1958 gegründete Aktion Sühnezeichen setzt sich für die Wiedergutmachung der NS-Verbrechen ein und entsendet jährlich mehrere Hundert Freiwillige zu mehrmonatigen Friedensdiensten ins Ausland. Die jungen Männer und Frauen unterstützen Überlebende des Holocaust, arbeiten in Gedenkstätten mit oder betreuen Kinder sowie behinderte oder sozial benachteiligte Menschen.

Für Frieden in Europa und der Welt

Mit dem Friedenspreis werden Menschen und Organisationen ausgezeichnet, die ein Vorbild für Ausgleich und Frieden in Europa und in der Welt sind. Unter den bisherigen Preisträgern sind die Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, der frühere tschechische Präsident Václav Havel und der Dirigent Daniel Barenboim. Bei der letzten Preisvergabe im Jahr 2014 wurde die Besatzung der internationalen Raumstation ISS gewürdigt.

Der Westfälische Friedenspreis wurde 1998 zum 350. Jubiläum des Westfälischen Friedens gestiftet. Seitdem wird er alle zwei Jahre an zwei Preisträger verliehen. Die Auszeichnung mit 100.000 Euro ist nach Angaben der Veranstalter der höchstdotierte deutsche Friedenspreis.

(epd)

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