Martin Bröckelmann-Simon, Misereor-Geschäftsführer
Martin Bröckelmann-Simon, Misereor-Geschäftsführer

09.10.2015

Misereor stärkt Bundeskanzlerin den Rücken Deutschland kann Flüchtlingszahlen bewältigen

Das katholische Hilfswerk Misereor hat sich hinter die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt. Deutschland könne die hohen Flüchtlingszahlen bewältigen.

Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen gebe es zwar "nicht wenige unter uns, die dies allmählich als unerträgliche Zumutung verstehen und Katastrophenszenarien am Horizont sehen, die nach Notwehr rufen", erklärte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Donnerstag in Aachen. Deutschland müsse aber «begreifen, dass es nun in der Wirklichkeit der Folgen von Flucht, Vertreibung und Not angekommen ist».

Zugleich habe es aber viel bessere Voraussetzungen zu deren Bewältigung als die armen Länder, die weltweit nach wie vor den Löwenanteil der Aufgabe zu schultern hätten, sagte Bröckelmann-Simon. Er forderte dazu auf, den Perspektivwechsel bereitwillig anzunehmen. "Dann können wir auch überzeugter und mit gutem Recht sagen: Wir schaffen das", erklärte der Misereor-Geschäftsführer.

Er wies darauf hin, dass etwa im Libanon auf 1.000 Einwohner 232 Flüchtlinge kämen, in Deutschland wären es Ende 2015 trotz der stark gestiegenen Flüchtlingszahlen lediglich 18 Asylbewerber pro 1.000 Einwohner. Mit großer Freude sehe er ein gestiegenes Interesse an Bildungsveranstaltungen zum Flüchtlingsthema in Deutschland, sagte Bröckelmann-Simon. Der Staat und zahlreiche Ehrenamtliche leisteten in der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen Großartiges. Auch das zeige, "dass wir es schaffen können, die derzeitige Situation gut zu bewältigen".

Merkel hatte ihre Flüchtlingspolitik am Mittwochabend in der ARD-Sendung "Anne Will" verteidigt und Forderungen nach einer sofortigen Begrenzung der Flüchtlingszahlen eine Absage erteilt. Sie verwies auf die humanitäre Verpflichtung bei der Aufnahme Schutzsuchender und wiederholte ihren Satz «Wir schaffen das». Es müsse aber wieder zu geordneten und berechenbaren Verhältnissen bei der Flüchtlingsversorgung in Deutschland kommen.

(epd)

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