Syrische Flüchtlingskinder
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Flüchtlingskinder spielen Karten
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19.09.2015

Weltkindertag am Sonntag Politik und Verbände rücken Flüchtlingskinder in den Fokus

Anlässlich des Weltkindertages an diesem Sonntag haben Vertreter aus Politik und Verbänden mehr Beachtung und Hilfe für Flüchtlingskinder gefordert.

Der Tag solle deutlich machen, dass minderjährige Flüchtlinge in Deutschland willkommen seien, teilte die Kinderkommission des Bundestags am Freitag in Berlin mit. Sie hätten dasselbe Recht auf Schutz und Förderung wie alle in der Bundesrepublik geborenen Kinder. "Kinder haben Rechte. Das sollten wir schon den Kleinsten beibringen", erklärte die Kommissions-Vorsitzende Susann Rüthrich (SPD).

Der evangelische Wohlfahrtsverband Diakonie forderte spezialisierte Hilfe für allein reisende Mädchen. "Für Mädchen potenzieren sich traumatische Erlebnisse und Gewalterfahrungen, nicht selten schon vor der Flucht", erklärte Vorstandsmitglied der Diakonie Deutschland, Maria Loheide. 2014 seien rund 1.100 alleinreisende Mädchen nach Deutschland gekommen. Das seien etwa zehn Prozent der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge.

Defizite bei Gesundheit

Die Hilfsorganisation sprach sich zudem dafür aus, auch Mädchen, die mit ihren Familien nach Deutschland kommen, bei der Integration zu unterstützen, etwa durch Sprachkurse oder Betreuung durch weibliche Fachkräfte. Darüber hinaus erklärte Loheide: "Eine getrennte Unterbringung für allein stehende Frauen und ihre Kinder sowie spezielle Wohngruppen für Mädchen sind ein wichtiger Schritt."

Das Deutsche Institut für Menschenrechte sieht Defizite beim Schutz von Flüchtlingskindern in Sachen Gesundheit. Ihr Zugang zur Gesundheitsversorgung sei aufgrund von Regelungen im Asylbewerberleistungsgesetz derzeit sehr eingeschränkt. Weiteren Nachholbedarf gibt es nach Angaben des Instituts bei der Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen. Die Kapazitäten in der Kinder- und Jugendhilfe müssten weiter ausgebaut werden.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Darüber hinaus betonte das Menschenrechtsinstitut, "alle staatlichen Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind zur Beachtung der Kinderrechte aus der von Deutschland ratifizierten UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet". Sie gelte für alle Kinder, unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus der Eltern.

Der Deutsche Familienverband forderte eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Auch in unserem reichen Land leiden Kinder täglich Mangel: Mangel an Zeit, Zuwendung und Willkommen in einer Gesellschaft, in der immer stärker die arbeitsmarktgerechte Familie das Maß aller Dinge wird", erklärte Präsident Klaus Zeh. Er sprach sich zudem dafür aus, Erziehungsarbeit mehr anzuerkennen.

(KNA)

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