Frank Ertel, Telefonseelsorger
Frank Ertel, Telefonseelsorger
Telefonseelsorge
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22.07.2015

Europaparlament will Telefonseelsorge unterstützen "Für das Leben"

Das Europäische Parlament will die Telefonseelsorge ausbauen und hat die Schirmherrschaft für den 20. Weltkongress der Telefonseelsorge in Aachen übernommen. Frank Ertel von der Telefonseelsorge Aachen freut sich über diese Entscheidung.

domradio.de: Das ist eine ziemlich große Wertschätzung der Telefonseelsorge in Aachen. Was genau steckt dahinter für Sie?

Frank Ertel (Leiter der Telefonseelsorge Aachen/Eifel): Wir sind natürlich ziemlich begeistert über diese Unterstützung, dass das Europäische Parlament sich so hinter unsere Arbeit und hinter unsere Ehrenamtlichen stellt. Wir denken, dass auch wir zu einem guten Europa beitragen, weil wir mit sehr vielen, fast insgesamt 20.000 Ehrenamtlichen in Europa, als Telefonseelsorger tätig sind. Und wir denken, dass der Weltkongress ein Zeichen setzen soll, gegen Suizid und für Suizid-Präventionsprogramme.

domradio.de: Das Europaparlament sagt im Moment, dass die Telefonseelsorge weiter ausgebaut werden muss. Zum Beispiel soll es europaweite Dienste geben. Wie genau kann das aussehen?  

Frank Ertel: Wir sind ja schon europaweit unterwegs. Die Telefonseelsorge ist keine nationale Veranstaltung. Wir wollen aber auch weiter dafür sorgen, dass Dienste in anderen Ländern gestärkt werden. Das ist die eine Richtung. Die andere Richtung ist, dass gerade im Osten Europas die Telefonseelsorge mehr Geld und mehr Unterstützung gebrauchen könnte, um dort tätig zu sein und auch 24 Stunden für die Menschen in Krisensituationen wirklich erreichbar zu sein. Und wir wollen die Angebote verstärken, um auch in den neuen Medien präsent zu sein. Also, nicht nur am Telefon, sondern eben auch über Mail und über Chat.  

domradio.de: Wie nutzt man das Internet als Seelsorge-Plattform?

Frank Ertel: In Deutschland zum Beispiel über unsere Seite telefonseelsorge.de. Dort finden Sie die Zugänge zu Mail und Chat. Dort haben wir besonders gesicherte Systeme eingerichtet, so dass da wirklich Vertraulichkeit und Anonymität absolut gewahrt bleiben.

domradio.de: Ein Jahr ist es jetzt noch bis zu dem großen, wichtigen Kongress bei Ihnen im Bistum. Trotzdem haben Sie schon Teilnehmerlisten. Dabei sein wird zum Beispiel unter anderem Theresa Enke, Witwe des Fußballprofis Robert Enke, um natürlich auch von Erfahrungen nach der Selbsttötung ihres Ehemannes zu berichten. Wer wird ansonsten noch da sein?

Frank Ertel: Unter anderem wird auch Kevin Briggs aus San Francisco da sein, der an dem fast schon tragischsten Ort der Welt, an dem die meisten Suizide durch Springen entstehen, der Golden Gate Bridge, 20 Jahre sein Dienst geleistet hat und sich dort aktiv gegen Suizid, also für den Menschen eingesetzt hat. Er hat auch sehr viel Kontakt zu den Menschen, mit denen er dort im Gespräch gewesen ist, die er am Suizid hat hindern können. Er wird uns von seinen Erfahrungen berichten. Das ist für unsere Ehrenamtlichen ein ganz besonders wichtiger und großer Punkt. Diese Emotionalität und diese Leidenschaft zu spüren, die er mitbringt in seinem Auftrag, in seiner Verbindung zu Menschen, die er gerettet hat. Aber auch in seiner Arbeit, jetzt andere Menschen zu befähigen, dass sie Gespräche gegen Suizid auch führen können. Das macht er ganz wunderbar.

Das Interview führte Verena Tröster.

(dr)

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