Donum-Vitae-Vorsitzende Rita Waschbüsch
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Neugeborenes Baby
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22.05.2015

75. Geburtstag von Donum-Vitae-Vorsitzender Rita Waschbüsch Gelassen und beharrlich

Als Politikerin und Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken setzte sich Rita Waschbüsch für Familien und Generationensolidarität ein. Die Vorsitzende des Vereins "Donum Vitae" wurde am Freitag 75 Jahre alt.

In diesem Alter treten Bischöfe in der Regel in den Ruhestand: Rita Waschbüsch wurde Freitag 75  - und ist dennoch weiterhin an führender Stelle aktiv. Als "hauptamtliche Ehrenamtliche", wie ihr verstorbener Mann sie scherzhaft nannte, steht sie nach wie vor an der Spitze des Schwangerenberatungsvereins "Donum Vitae" (Geschenk des Lebens).

Gründung von "Donum Vitae" im Jahr 1999

Seit seiner Gründung 1999 führt die frühere Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) den Verein. Sie und andere prominente Katholiken hatten ihn nach dem von Papst Johannes Paul II. verfügten Ausstieg der Kirche aus dem staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung gegründet, um abtreibungswillige Frauen für ein Leben mit Kind zu gewinnen - auch unter der Bedingung, den für einen straffreien Abbruch nötigen Beratungsschein auszustellen.

Nicht zuletzt geht es auf den entschlossenen Einsatz der CDU-Politikerin zurück, dass "Donum Vitae" heute in bundesweit rund 200 Orten Frauen in Not berät.

Vatikan mit der Arbeit des Vereins nicht immer einverstanden

In den zurückliegenden Jahren beobachteten der Vatikan und manche Bischöfe das Engagement mit Unwillen und forderten die deutschen Katholiken auf, sich streng von "Donum Vitae" abzugrenzen. Waschbüsch nahm es gelassen. Denn sie sieht keinen Unterschied in der Glaubens- und Sittenlehre, sondern nur in der pastoral-praktischen Frage, auf welche Weise Leben am besten zu schützen sei. Jedenfalls wehrte sich die Saarländerin entschieden dagegen, wenn sie und ihre Mitstreiter als "Katholiken zweiter Klasse" behandelt wurden. Inzwischen gibt es Signale der Entspannung.

Waschbüsch bedauert, dass die Beratungspflicht im deutschen System von der Kirche nicht als Chance gesehen worden sei. Schließlich gebe es in der Bundesrepublik, gemessen an der Bevölkerungszahl, viel weniger Schwangerschaftsabbrüche als in den anderen europäischen Ländern mit einer "reinen Fristenreglung".

Bewegte Vita

Fakten, Argumente, Beharrlichkeit - das ist die Art von Waschbüsch. 1974 wurde sie als bis dahin jüngste Frau in einem solchen Amt Sozial- und Familienministerin im Saarland. Vier Jahre später wählte sie der Saarländische Landtag zur Vizepräsidentin; das Amt übte sie 16 Jahre lang aus. Als Politikerin setzte sie sich für eine Gestaltung der Welt aus christlichem Geist ein. Da lag es nahe, dass sie 1988 an die ZdK-Spitze gewählt wurde, als erste Frau. Achteinhalb Jahre kämpfte sie für eine bessere Familienpolitik, mehr Lebensschutz, Generationensolidarität, Frauenanliegen und gegen die wachsende Arbeitslosigkeit.

In ihre ZdK-Zeit fiel der Fall der Mauer - und als schönstes Ereignis empfindet sie im Rückblick den Katholikentag 1990 in Berlin, als sich über Jahrzehnte getrennte Christen aus West und Ost "in den Armen lagen". Als Höhepunkt hat sie auch den Katholikentag in Dresden 1994 in Erinnerung, das erste Treffen dieser Art in Ostdeutschland nach der Vereinigung. Ihr Ziel, "Weggemeinschaften des Glaubens zu bilden und miteinander im Dialog zu sein", bekam nach der Wende eine ganz neue Dimension.

Sorgen bereitet ihr der Geburtenrückgang

Waschbüschs Arbeit als Donum-Vitae-Vorsitzende reiht sich in die Kette ihrer früheren Tätigkeiten ein. Ihr geht es nicht bloß um Schwangere in Not, sondern um bessere Bedingungen für Familien überhaupt, die materiell "ein Treppchen tiefer stehen als andere".

Sorge bereitet ihr der Geburtenrückgang. Schon 1978 bezeichnete sie im Saarbrücker Landtag die demografische Entwicklung als Kernfrage der sozialen Sicherung und erntete dafür laut Protokoll "höhnisches Gelächter" seitens der SPD. Nun stellt sie fest, dass ihre Sicht sich allgemein durchgesetzt hat und längst nicht mehr als Plädoyer einer Katholikin fürs Kinderkriegen abgetan wird. Die fünffache Mutter mit zahlreichen Enkelkindern sieht weiterhin eine Aufgabe darin, "die Weichen für die nachwachsende Generation mitstellen zu können".

 

Andreas Otto
(KNA)

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