Die neue Schule an der Grenze zu Syrien
Die neue Schule an der Grenze zu Syrien
Syrische Schüler
Syrische Schüler

20.04.2015

Kölner Initiative sucht Material für syrische Schulkinder Den Ranzen vollmachen

Zwei Schulen für syrische Flüchtlinge hat die Kölnerin Nadja Aboudan schon mitaufgebaut, nun geht´s darum, den Schulalltag am Laufen zu halten. Aboudan arbeitet mit der christlich-muslimischen Syrienhilfe "Barada" zusammen.

domradio.de: Sie haben selbst syrische Wurzeln und setzen sich schon seit Jahren für ein caritatives Dialyse-Zentrum in Aleppo ein. Seit über einem Jahr hat sich Ihr Engagement aber wesentlich erweitert, Sie schicken mit LKW Hilfsgüter nach Syrien. Was sind das für Dinge?

Nadja Aboudan (Deutsch-Syrischer Verein zur Förderung der Wissenschaften und Ärztin in Köln): Wir haben Medizinprodukte gesammelt - das fängt an bei Krankenbetten über Beatmungsgeräte, OP-Leuchten bis hin zur Krücke, zum Reha-Material. Dann haben wir Schulmaterial gesammelt, also Schulranzen. Da war die Kooperation mit den Kölner Schulen großartig. Es hat wunderbar funktioniert und ich hoffe, dass das diesen Sommer auch noch einmal so funktioniert. Wir mussten jetzt akut eine Babymilchpulver-Sendung schicken, weil die Mütter vor lauter Hunger keine Milch mehr geben können. Es kommen ab und zu Anrufe wie: "Könnt ihr uns bitte helfen, wenn die Möglichkeit besteht, diese oder jene Sache zu besorgen?" Dann versuchen wir das auch umzusetzen.

domradio.de: Sie fahren mit Spediteuren bis zur Grenze zwischen der Türkei und Syrien. Wer steht dann auf der anderen Seite der Grenze?

Aboudan: Auf der anderen Seite trifft man unsere Helfer, die vor Ort in den jeweiligen Städten sitzen, wie zum Beispiel in Homs, in Hama oder in Aleppo. Das sind auch alles Freiwillige, die aus ihrem Umfeld Anfragen bekommen, wenn zum Beispiel in einem Krankhaus Material fehlt oder in einem Stadtteil kein Milchpulver erhältlich ist. Das dauert dann natürlich, bis das von hierher aus in Syrien ankommt, aber wir versuchen auf jeden Fall immer wieder zu helfen, wenn die Möglichkeit besteht.

domradio.de: Mit medizinischem Material haben Sie angefangen. Da gibt es auch gute Verbindungen zu Krankenhäusern und Ärzten. Sie haben aber auch erzählt von den Schulranzen, die bringen ja nur etwas, wenn man damit dann auch zur Schule gehen kann. Besteht überhaupt die Möglichkeit, in einem Flüchtlingslager zu Schule zu gehen?

Aboudan: Die besteht. Die Grünhelme haben zum Beispiel in Kombination mit dem Verein Barada, die beide unsere Partner sind, Schulen gebaut. Einmal in einem Zelt-Flüchtlingscamp. Dort gehen zurzeit 500 Kinder zur Schule.

Und es wurde in der Türkei in einem kleinen Dorf eine Schule gebaut. Die Kinder aus der Umgebung kamen nämlich nicht in die weiteren Städte, um dort zur Schule gehen zu können.

Also die Grünhelme bauen auf, Barada finanziert und wir sammeln Schulmaterial und versuchen, die Finanzierung der Schule mitzuunterstützen.

domradio.de: Und Lehrer gibt es sowieso unter den Flüchtlingen?

Aboudan: Man muss sich vorstellen, wenn dann mehr oder weniger die ganze Stadt geflüchtet ist, dann sind da auch Lehrer bei. Vom Englischlehrer über Arabisch, Mathematik, Biologie... Meistens sind die Lehrer bei unseren Projekten Frauen. Damit sie die Möglichkeit haben, noch einmal ihre Familie mitzuunterstützen bzw. teilweise sind sie schon verwitwet. In dem Fall ist es dann natürlich Hilfe zur Selbsthilfe.

domradio.de: Sie haben erwähnt, dass Kölner Schulen Ihnen schon bei der Suche nach ausgedienten Schulranzen geholfen haben. Wonach sind Sie denn jetzt als nächstes noch auf der Suche?

Aboudan: Auf der Suche sind wir auf der einen Seite immer nach Schulmaterial wie zum Beispiel Stifte und Hefte. Denn wir würden die Schulranzen, die wir geschenkt bekommen haben, auch gerne füllen und damit die Kinder da drüben wie deutsche Schulkinder zur Schule gehen können. Auf der anderen Seite würde uns Geld unheimlich helfen, weil wir für die Schulen eine permanente Finanzierung haben müssen. Es bringt ja nichts, nur eine Schule hinzustellen, aber dann nachher zu sagen: Okay, wir können diese Schule jetzt nicht weiter finanzieren. Das wird schwierig.

Das Interview führte Tobias Fricke

(dr)

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