Flüchtlinge in Deutschland
Flüchtlinge in Deutschland

21.02.2015

Bistum Essen baut Flüchtlingshilfe aus "Wir Christen sind besonders gefordert"

Das Bistum Essen will seine Flüchtlingshilfe ausbauen und besser vernetzen. Zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe legt das Bistum einen Fonds von zunächst 250.000 Euro auf.

"Wir als Kirche und Caritas haben eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen, die zu uns kommen", sagte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck vor Journalisten in Duisburg. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, eine Willkommenskultur für Asylsuchende zu schaffen, deren Zahl weiter ansteigen werde, betonte Overbeck. "Aber wir Christen sind besonders gefordert, dies zu tun - und zwar nicht in blindem Aktionismus, sondern in strukturierter Weise."

Angestrebt wird laut Bistum eine "kluge Vernetzung" zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen sowie zwischen Caritas, Bistum und Kirche vor Ort. Dazu soll auf Bistumsebene ein Koordinator für die Flüchtlingsarbeit eingesetzt werden. Zudem werden in den Städten und Kreisen der Diözese lokale Flüchtlingsbeauftragte benannt, die vor Ort die kirchliche Flüchtlingsarbeit koordinieren und zentrale Ansprechpartner etwa für die Kommunen werden. Vernetzt werden sie mit einer neuen Arbeitsgruppe unter Leitung von Generalvikar Klaus Pfeffer. Zu den Plänen fanden am Freitag Gespräche mit den zehn Caritasdirektoren sowie den Stadt- und Kreisdechanten statt.

"Kapazität noch lange nicht erschöpft"

Der Bischof sprach sich auch für großzügigere Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland aus. Die Aufnahmekapazität sei noch lange nicht ausgeschöpft. Angesichts von rund 82 Millionen Einwohnern in Deutschland «können und müssen wir mehr als 200.000 oder 300.000 Flüchtlinge aufnehmen», betonte der Bischof.

Overbeck lobte das große ehrenamtliche Engagement für Asylsuchende im Ruhrbistum. Dafür werde die Diözese ein Qualifizierungsprogramm erarbeiten. Eine Broschüre des katholischen Wohlfahrtsverbandes bietet zudem Hintergrund-Informationen und Tipps für Ehrenamtliche, die für Flüchtlinge etwa Hausaufgabenbetreuung, Behördengänge und Freizeitaktivitäten organisieren.

Große Bedeutung der Flüchtlingsarbeit

Vor dem Pressegespräch war Overbeck Flüchtlingen unter anderen aus Syrien, Mazedonien, Albanien und Afrika begegnet, die derzeit im Sozialpastoralen Zentrum Petershof in Duisburg-Marxloh leben. Der Bischof zeigte sich tief betroffen von den Schicksalen, die ihm die Menschen geschildert hätten. Hier sei ihm einmal mehr die Bedeutung der Flüchtlingsarbeit vor Augen geführt worden. "Wir stehen vor einer größeren weltweiten Wanderungsbewegung als je zuvor", prognostizierte der Ruhrbischof.

Derzeit liegt laut Caritas ein Akzent der Flüchtlingsarbeit im Bistum Essen auf Zugewanderten aus Syrien. Konkrete Zahlen, um wie viele Asylsuchende sich die katholische Kirche im Ruhrgebiet derzeit kümmert, könne man aber nicht nennen.

(KNA, dpa)

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