Ebola-Warnung in Liberia
Ebola-Warnung in Liberia

14.12.2014

Sierra Leone verbietet wegen Ebola Feierlichkeiten Weihnachten ohne Fest

Die Ebola-Epidemie hat Westafrika weiterhin fest im Griff. In diesem Jahr starben bereits etwa 6600 Menschen – die Dunkelziffer ist viel höher. Neue Maßnahmen im Kampf gegen Ebola: Weihnachten und Silvester fallen 2014 aus.

Wegen der Ebola-Epidemie hat Sierra Leone alle öffentlichen Weihnachts- und Silvesterfeiern verboten. Soldaten sollten während der Feiertage durch die Straßen patrouillieren und sicherstellen, "dass alle zu Hause bleiben, um über Ebola nachzudenken", sagte der Chef des staatlichen Ebola-Krisenzentrums, Palo Conteh, nach internationalen Medienberichten vom Wochenende.

Das westafrikanische Land ist mehrheitlich muslimisch; rund ein Viertel der Bevölkerung sind Christen. Öffentliche Feiern sind während der Festtage normalerweise weit verbreitet.

Ebola-Beauftragter: Keine Entwarnung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben an der Ebola-Epidemie in Westafrika in diesem Jahr bereits etwa 6600 Menschen. In den vergangenen Wochen wurden aber nicht mehr so viele neue Infektionen registriert. Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung sieht bei der Bekämpfung der Seuche noch keinen Grund zur Entwarnung. "Für Entwarnung ist es noch wesentlich zu früh", sagte Walter Lindner der Deutschen Presse-Agentur. Die Epidemie habe sich in Westafrika zuletzt zwar nicht so ausgebreitet wie befürchtet. Trotzdem müsse sich die internationale Gemeinschaft für neue Rückschläge wappnen.

Deutschland: 161 Mio. Euro zur Bekämpfung von Ebola 

Die Bundeswehr brachte mit Transall-Transportmaschinen etwa 250 Tonnen Hilfsgüter in die drei besonders betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone. In Liberia sind aktuell etwa drei Dutzend Freiwillige von Bundeswehr und Deutschem Roten Kreuz (DRK) im Einsatz. Sie helfen beispielsweise Krankenhäusern bei Ebola-Tests und bei der Ausbildung von einheimischen Helfern. "Das hat schon Menschenleben gerettet", sagte Lindner. Für die geplante Eröffnung eines eigenen deutschen Behandlungszentrums in Monrovia, der Hauptstadt von Liberia, gibt es allerdings noch keinen konkreten Termin.

Das Behandlungszentrum werde aber "in wenigen Tagen betriebsbereit" sein, versprach der ehemalige deutsche Botschafter in Kenia. "Die letzten Arbeiten werden gerade gemacht". Ursprünglich hätte die Krankenstation Ende November öffnen sollen. In Monrovia stehen jetzt schon Betten für Ebola-Patienten leer, weil die Zahl der Neuerkrankungen zuletzt nicht mehr so stark stieg. Pro Woche gibt es in Liberia derzeit noch etwa 20 Neuinfektionen.

Lindner warnte jedoch davor, bei den Anstrengungen gegen die Epidemie nachzulassen. Noch wisse niemand genau, wie sich die Fallzahlen entwickelten. "Wir können nicht ausschließen, dass die Zahl der Neuerkrankungen wieder nach oben geht". Experten fürchten, dass es durch die vielen Familientreffen an den bevorstehenden Feiertagen neue Infektionen geben könnte.

Wie es weitergeht? "Das hängt von dem Virus ab", kommentierte Lindner. Die EU habe mittlerweile mehr als eine Milliarde Euro mobilisiert.

 

(KNA, dpa)

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