Bischöfe sind gegen Sterbehilfe
Laien gegen Sterbehilfe

17.10.2014

Katholische Laien gegen assistierten Suizid Organisierte Sterbehilfe verbieten

Die Debatte um den assistieren Suizid geht weiter. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) spricht sich für ein gesetzliches Verbot jeglicher organisierten Beihilfe zur Selbsttötung aus.

Die katholischen Laien in Deutschland halten ein Verbot organisierter Beihilfe zur Selbsttötung für dringend nötig. Davon sollten gewerblich und unentgeltlich tätige Vereine ebenso erfasst werden wie Einzelpersonen und Ärzte, sofern es sich um auf Dauer angelegte Angebote handele, heißt es in einer am Freitag in Bonn veröffentlichten Stellungnahme des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

In der Ärzteschaft stößt unterdessen die Initiative einer Bundestagsgruppe auf Ablehnung, die Ärzten unter bestimmten Bedingungen Suizidassistenz erlauben will. "Dieser Vorschlag mündet in die Freigabe einer aktiven Sterbehilfe", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe).

Vor gesellschaftlichem Erwartungsdruck schützen

Ein Verbot organisierter Suizidbeihilfe diene dem Schutz der Schwachen in der Gesellschaft, unterstreicht das Zentralkomitee. Es müsse verhindert werden, dass schwerstkranke und sterbende Menschen mit einer Erwartungshaltung konfrontiert würden, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Es gehe keineswegs darum, mündige Bürger zu bevormunden.

"Als Christen achten wir das Recht auf Selbstbestimmung hoch. Durch ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe wollen wir es gegen die Fremdbestimmung durch gesellschaftlichen Erwartungsdruck schützen", argumentiert die katholische Laienorganisation.

Viele suizidwillige Menschen brauchen nach Ansicht des Zentralkomitees nicht Hilfe zum Sterben, sondern zum Leben. Daher müsse die Suizidprävention gestärkt werden. Schwerstkranke Menschen müssten in ihrer letzten Lebensphase Hilfe im Sterben erhalten. Insbesondere bei der allgemeinen Palliativversorgung bestehe eine große Lücke, damit schwerstkranke Menschen mit begrenzter Lebenserwartung die letzte Lebensphase im vertrauten sozialen Umfeld angemessen versorgt werden können.

Am Donnerstag hatten Abgeordnete aus Union und SPD ein Eckpunktepapier vorgelegt, wonach der ärztlich assistierte Suizid unter strengen Voraussetzungen zulässig sein soll, um den Ärzten Rechtssicherheit zu verschaffen. Die Abgeordnetengruppe kritisierte auch die unterschiedlichen Regelungen in den 17 Landesärztekammern. Zu der Gruppe der Parlamentarier gehören Peter Hintze, Katharina Reiche (beide CDU), Dagmar Wöhrl (CSU) und die SPD-Abgeordneten Carola Reimann, Karl Lauterbach und Burkhard Lischka.

Wer den assistierten Suizid auf diese Art und Weise rechtlich begründe, mache ihn überhaupt erst gesellschaftsfähig, kritisierte Montgomery: "Damit erlischt für mich ein wichtiger Schutz für alle Schwachen in unserer Gesellschaft wie Alte, Kranke und Demente." Bei einer Umsetzung des Eckpunktepapiers würden die Patienten ein tödlich wirkendes Medikament erhalten oder eine Maschine zur Tötung zur Verfügung gestellt bekommen. "Schließlich soll der Arzt dann noch Hilfestellung bei der Selbsttötung leisten und eine medizinische Begleitung auf der Grundlage ärztlicher Fachkenntnis liefern. Damit aber ist die Grenze zur Tötung auf Verlangen klar überschritten", sagte der Ärztepräsident.

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, schließt hingegen eine ärztliche Beihilfe zum Suizid als letztes Mittel nicht aus. "In ganz bestimmten Fällen, bei einer intensiven Arzt-Patient-Beziehung, kann der nächste Schritt nach der üblichen Schmerztherapie eine Erhöhung der Dosis sein - wohlwissend, dass diese zum Atemstillstand führen kann", sagte Windhorst der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen" (Freitagsausgabe). Eine Tötung auf Verlangen lehnt Windhorst jedoch ab.

Bisher ist Beihilfe zum Suizid, etwa die Bereitstellung eines Mittels zur Selbsttötung, das der Patient selbst schluckt, nicht strafbar. Allerdings hat die Ärzteschaft 2011 mit ihrer Berufsordnung beschlossen, dass Beihilfe zum Suizid keine ärztliche Aufgabe sei. Aktive Sterbehilfe, also die Tötung eines Menschen auf dessen Wunsch, ist verboten. Passive Sterbehilfe, also der Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen, ist wiederum erlaubt.

 

(epd)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Samstag, 22.04.2017

Video, Samstag, 22.04.2017:Wochenrückblick Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

20:00 - 22:00 Uhr 
Musica

"Raum und Gebet"

Wort des Bischofs - Das Buch

52 Impulse aus dem Jahr 2016 jetzt auch als Buch!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 23.04.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 07:00 Uhr

Cantica

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Zurück vom Ort des Ostergeschehens – Domradio Reporter Renardo Schlegelmilch
  • Bücherplausch - Alles was du liebst, Vater-Sohn-Geschichte von Georg W. Oswald
  • Aufregend! – Kommunionkinder von der Kölner Sankt Stephan Gemeinde erzählen
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

08:00 - 08:05 Uhr

Wort des Bischofs

08:10 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:50 - 09:55 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Zurück vom Ort des Ostergeschehens – Domradio Reporter Renardo Schlegelmilch
  • Bücherplausch - Alles was du liebst, Vater-Sohn-Geschichte von Georg W. Oswald
  • Aufregend! – Kommunionkinder von der Kölner Sankt Stephan Gemeinde erzählen
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Zurück vom Ort des Ostergeschehens – Domradio Reporter Renardo Schlegelmilch
  • Bücherplausch - Alles was du liebst, Vater-Sohn-Geschichte von Georg W. Oswald
  • Aufregend! – Kommunionkinder von der Kölner Sankt Stephan Gemeinde erzählen
14:00 - 16:00 Uhr

Menschen

16:00 - 17:00 Uhr

Kompakt

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

18:00 - 19:00 Uhr

Kirche und Klassik

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

23:00 - 23:30 Uhr

Cantica

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar