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Missbrauchforscher in Mecklenburg wollen Bistumsleitung befragen

16.10.2020

Forscher arbeiten Missbrauch in Mecklenburg auf Ehemalige Bistumsleitung soll befragt werden

Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Mecklenburgs schreitet voran. In diesem Jahr noch wollen die Forscher die ehemalige Bistumsleitung befragen.

Eine Mitarbeiterin der Universität Ulm hat damit begonnen, verdachtsunabhängig die Personalakten von rund 200 katholischen Priestern zu sichten, die zwischen 1945 und 1989 in der Region tätig waren, wie das Erzbistum Hamburg am Donnerstag mitteilte. Darüber hinaus seien bisher sieben Interviews mit Betroffenen vereinbart worden. Noch in diesem Jahr solle die ehemalige Bistumsleitung befragt werden, hieß es nach einer Sitzung des das Projekt begleitenden Beirats am Donnerstag in Schwerin.

Aufarbeitung in der katholischen Kirche Mecklenburgs

Erzbischof Stefan Heße hatte das Gremium im Jahr 2018 eingerichtet, um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche Mecklenburgs aufzuarbeiten. Der Beirat beauftragte Wissenschaftler der Universität Ulm mit einem zweijährigen Forschungsprojekt. Die Aufarbeitung unter der Leitung der Psychiaterin Manuela Dudeck bezieht sich auf den Zeitraum von 1945 bis 1989.

Weil Dudeck den Forschungsauftrag erhielt, ist sie aus dem begleitenden Beirat zurückgetreten, wie das Erzbistum weiter mitteilte. Ihr Nachfolger ist Carsten Spitzer, Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin in Rostock.

Besonders viele Missbrauchsfälle in der Region

Die 2018 veröffentlichte Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz hatte im mecklenburgischen Teil des Erzbistums Hamburg besonders viele Fälle von sexueller Gewalt registriert. Demnach sind 17 Priester bekannt, die Missbrauchshandlungen an 54 Kindern und Jugendlichen verübt haben sollen. Einer der Hauptverdächtigen ist der 1979 verstorbene Priester Hermann-Josef Timmerbeil, der die Pfarrei Neubrandenburg zwischen 1946 und 1975 leitete.

(KNA)

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