Blick auf den Kölner Dom
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Generalvikar Dr. Markus Hofmann und Kardinal Woelki im Gespräch
Generalvikar Dr. Markus Hofmann und Kardinal Woelki im Gespräch

12.02.2020

Erzbistum Köln kündigt Ergebnisse zu Missbrauchsuntersuchung an Es werden Namen genannt

Im März sollen die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zu Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln veröffentlicht werden. Generalvikar Markus Hofmann kündigte in einem Interview an, dass auch die Namen der Verantwortlichen genannt werden. UPDATE 10.03.2020: Die Presskonferenz wird verschoben!

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Die Münchener Kanzlei "Westpfahl Spilker Wastl" hat ihre Untersuchung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln abgeschlossen und stellt die Ergebnisse den Verantwortlichen des Erzbistums und zugleich der Öffentlichkeit vor.

Defizite in der Vergangenheit

Auf einer Pressekonferenz am 12. März wird die Kanzlei ihren Abschlussbericht an Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki übergeben und erläutern, welche persönlichen, systemischen oder strukturellen Defizite in der Vergangenheit dafür verantwortlich waren, dass Vorfälle von sexuellem Missbrauch teils vertuscht oder nicht konsequent geahndet wurden. Die strikte Unabhängigkeit dieser Untersuchung bestehe bis zur Veröffentlichung und habe zur Folge, dass auch der Erzbischof und alle Verantwortlichen erstmals in der Pressekonferenz zeitgleich mit der Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert werden.

Wesentlicher Baustein der Aufklärung

Kardinal Woelki hatte nach der Veröffentlichung der sogenannten MHG-Studie im Herbst 2018 eine unabhängige Untersuchung aller Personalakten beauftragt und im Januar 2019 die Münchener Kanzlei "Westpfahl Spilker Wastl" damit betraut. Sie sollte die einschlägigen Personal- und sonstigen Akten daraufhin untersuchen, ob die Vorgehensweise der damaligen Diözesanverantwortlichen jeweils im Einklang mit den Vorgaben des kirchlichen und des staatlichen Rechts stand, und gegebenenfalls Vorschläge zur Beseitigung etwa festgestellter Defizite oder Rechtsverstöße machen.

Der Bericht der Kanzlei gelte als wesentlicher Baustein der Aufklärung und verfolge im Wesentlichen die Ziele, mögliche Fehler und Versäumnisse von Verantwortlichen im Erzbistum Köln zu benennen, organisatorische, strukturelle oder systemische Defizite aufzudecken sowie Handlungsempfehlungen für den weiteren Umgang mit Fällen von sexualisierter Gewalt, auch über das Erzbistum Köln hinaus, aufzuzeigen.

Kölner Generalvikar: Studie zu Missbrauch wird Namen nennen

Vorab werde niemand über die Inhalte der Untersuchung unterrichtet - auch Kardinal Rainer Maria Woelki nicht, sagte der Kölner Generalvikar Markus Hofmann der "Kölnischen Rundschau" am 11. Februar 2020. "Das ist ganz strikt vereinbart, damit die Unabhängigkeit gewahrt und dokumentiert ist", erklärte Hofmann. Die Untersuchung der Kanzlei werde Namen nennen "von den Erzbischöfen über die Generalvikare bis zu den Personalverantwortlichen".

Ursprünglich sollten die Ergebnisse der Kanzlei im Herbst 2019 bekannt gegeben werden. Die Aufarbeitung nahm aber laut Erzbistum mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Hofmann erklärte, die Anwälte prüften unter anderem, ob gegen staatliches und kirchliches Recht verstoßen worden sei. Strafrechtlich relevante Fälle würden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Verständnis für Rücktrittsforderungen

Wenn sich persönliche Schuld herausstelle, könne er mögliche Forderungen nach Rücktritten verstehen. "Aber wir müssen jeden einzelnen Fall genau analysieren", sagte er. Differenziert bewerten müsse man Fälle, die zwar aus heutiger Sicht falsch behandelt worden seien, in denen aber nach damaliger Kenntnislage kein schuldhaftes Vorgehen vorgelegen habe.

Im September 2018 hatten die deutschen Bischöfe die Ergebnisse einer bundesweiten Studie veröffentlicht. Ein beauftragtes Forscherteam hatte in den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 Hinweise auf insgesamt 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute gefunden. Für das Erzbistum Köln verzeichnete die Untersuchung 135 Betroffene und 87 Beschuldigte. Im Zuge dieser Veröffentlichung hatte Kardinal Woelki eine eigene Untersuchung angekündigt, die auch die Rolle der Personalverantwortlichen des Erzbistums klären soll.

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