Blick auf den Krakauer Marktplatz
Blick auf den Krakauer Marktplatz
Der emeritierte Krakauer Erzbischof Stanislaw Kardinal Dziwisz
Der emeritierte Krakauer Erzbischof Stanislaw Kardinal Dziwisz

11.02.2020

Frau wirft Krakauer Weihbischof sexuellen Missbrauch vor Schwere Anschuldigung

Der emeritierte Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz zeigt sich "zutiefst beunruhigt" über den Vorwurf sexuellen Kindesmissbrauchs gegen Weihbischof Jan Szkodon. Der weist die Beschuldigung zurück und will seinen "guten Namen" verteidigen.

Die von der Zeitung "Gazeta Wyborcza" (Montag) veröffentlichte Anschuldigung schmerze viele Menschen, "für die Bischof Jan eine Autorität, Vater und Freund ist", schreibt Dziwisz am Dienstag in einer Stellungnahme. "Wir alle erwarten, dass das gründlich und schnell aufgeklärt wird."

Szkodon werden sexuelle Übergriffe auf ein damals 15-jähriges Mädchen vor mehr als 20 Jahren vorgeworfen.

Verfahren eingeleitet

Laut Szkodon hat die päpstliche Nuntiatur in Warschau ein Verfahren gegen ihn eingeleitet; die Staatsanwaltschaft Krakau legte den Fall im Dezember 2019 als verjährt zu den Akten. In der Begründung ihrer Entscheidung stellt die Staatsanwältin laut dem Zeitungsbericht allerdings fest, dass die Schilderung des Geschehens durch die Frau "mit hoher Wahrscheinlichkeit" zutreffe. Sie gab an, der Weihbischof habe seine Hand unter ihre Bluse und ihre Unterwäsche gesteckt und sie zwischen den Oberschenkeln angefasst.

Das Erzbistum Krakau kennt laut seinem Sprecher Lukasz Michalczewski die konkreten Vorwürfe gegen Szkodon nicht. Man vertraue dem von der römischen Glaubenskongregation geführten Verfahren. "Wir erwarten, schnell die Wahrheit ... zu erfahren", so der Sprecher gegenüber polnischen Medien. Dem Weihbischof sei geraten worden, sich zurückzuziehen.

Dziwisz erklärte, er bete für "die Krakauer Kirche und alle Geschädigten in diesem Fall". Szkodon war 1988 von Johannes Paul II. (1978-2005) zum Weihbischof in dem südpolnischen Erzbistum ernannt worden. Seit Januar 2017 ist Marek Jedraszewski (70) Krakauer Erzbischof. Er äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

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