Früherer Posener Erzbischof Paetz: Diskussion um Beisetzung
Missbrauchsfälle rigoroser aufarbeiten
Schwingt nicht gerne die moralische Keule: Bischof Genn
Bischof Felix Genn

29.11.2019

Genn räumt erneut fehlerhaften Umgang mit Missbrauchsfall ein "Fehler aus denen wir lernen müssen"

Bei verschiedenen Fällen von Missbrauch sei es bei der Aufklärung zu Fehlern gekommen. Das räumt Bischof Genn ein. Ein beschuldigeter Pfarrer sei nicht deutlich genug die Seelsorgetätigkeit untersagt worden.

Münsters Bischof Felix Genn hat sich erneut für den Umgang mit einem Missbrauchsfall entschuldigt. Bei einem nichtöffentlichen Gespräch am gestrigen Donnerstagabend mit Gremien der Pfarrei Sankt Margareta Wadersloh räumte er Fehler ein, "aus denen wir dann immer wieder neu lernen müssen". Es werde alles aufgedeckt, sagte er nach Angaben des Bistums Münster vom heutigen Freitag. Am kommenden Dienstag kommt der Bischof erneut nach Wadersloh, diesmal zu einem Gespräch mit allen Pfarreimitgliedern, wie es hieß.

Aufarbeitung von Missbrauchsfall

Konkret geht es um einen Geistlichen, der in den 1980er Jahren als Kaplan in Kevelaer über einen längeren Zeitraum in der Beichte ein Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Die Betroffene setzte das Bistum 2010 darüber in Kenntnis, verlangte aber, dass der Sachverhalt nicht öffentlich gemacht und die Staatsanwaltschaft nicht eingeschaltet werde. Der Geistliche wurde 2010 als Pfarrer in Wadersloh-Bad Waldliesborn emeritiert. Vor rund drei Jahren meldete sich die Frau erneut beim Bistum, weil der Geistliche sich nicht an die Auflage hielt, nur "Gottesdienste ohne große Öffentlichkeit" zu feiern.

Genn nannte es erneut einen Fehler, dass er dem später nach Wadersloh-Bad Waldliesborn gewechselten Geistlichen nicht deutlich genug Seelsorgetätigkeiten untersagt habe. Zudem hätten der Pfarrer, das Seelsorgeteam und die Gremien in Wadersloh über die Hintergründe des Sachverhalts informiert werden müssen. Die Betroffene hatte ihren Fall Anfang November öffentlich gemacht.

Geistlicher Missbrauch

Laut Bistum hat der Geistliche seine Schuld in einem Brief an sie eingestanden. Inzwischen warf eine weitere Frau dem Geistlichen vor, sie in den 1980er Jahren als Mädchen missbraucht zu haben. Nach Angaben der Diözese gibt es ein drittes Opfer des Priesters. Hierbei handele es sich aber nicht um sexuellen Missbrauch, sondern "um eine besonders verwerfliche Form des geistlichen Missbrauchs". Dieser Fall habe aber nicht in Wadersloh stattgefunden. Weitere Fälle seien dem Bistum nicht bekannt.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 21.10.2020
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Das Heilige Jahr in Santiago de Compostela

Pilgerreise auf dem Jakobsweg mit „ne Bergische Jung“ Willibert Pauels! Jetzt anmelden für Juli 2021!

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…