St.-Paulus-Dom in Münster
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11.10.2019

Bistum Münster will Vorwurf der Vertuschung schnell aufklären Aufarbeitung geht weiter

Rasche Ergebnisse erwünscht: Das Bistum Münster will einen aktuellen Vorwurf der Missbrauchsvertuschung aus den 1980er Jahren schnell aufklären. Der Interventionsbeauftragte kennt die Fakten und steht in Kontakt mit dem Betroffenen.

Das sagte Bistumssprecher Stephan Kronenburg am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Weiter setze die Diözese auf das von ihr in Auftrag gegebene Forschungsprojekt an der Universität Münster. Es solle herausfinden, wer wann im Bistum zum Thema Missbrauch kommuniziert und möglicherweise Hinweise vertuscht habe.

Bei einer Diskussion am Mittwochabend hatte ein Mann berichtet, er sei als Priesteramtskandidat 1989 von einem Kaplan sexuell belästigt worden. Die "Westfälischen Nachrichten" (Freitag) hatten zuerst darüber berichtet. Demnach fiel dabei auch der Name des damaligen Münsteraner Generalvikars und späteren Hamburger Erzbischofs Werner Thissen.

Dem Bericht des Mannes zufolge hat Thissen von dem Fall Kenntnis erhalten, aber nicht gehandelt. Auch bei einem erneuten Vorbringen des Falls 20 Jahre später habe das Bistum nicht reagiert.

Der Mann hatte später seine Priesterlaufbahn aufgegeben, berichtet die Zeitung. Thissen war von 1986 bis 1999 Generalvikar des Bistums Münster.

Forschungsprojekt an der Uni Münster

Die deutschen Bischöfe hatten 2018 eine Studie zu sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche veröffentlicht. Sie verzeichnete im Bistum Münster rund 450 Betroffene und 138 beschuldigte Kleriker in den Jahren 1946 bis 2014. Auch dem früheren Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann (1933-2013) wird vorgeworfen, einen verurteilten Priester lediglich versetzt zu haben.

Das Forschungsprojekt an der Uni Münster ist am 1. Oktober gestartet. Ein aus fünf Wissenschaftlern bestehendes Team beschäftigt sich mit den Fällen von sexuellem Missbrauch durch Priester und andere kirchliche Amtsträger zwischen 1945 und 2018. Die Diözese stellt dafür rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Sie sicherte den Experten "absolute Unabhängigkeit" zu.

(KNA)

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