Betroffene des Missbrauchs in der katholischen Kirche
Betroffene des Missbrauchs in der katholischen Kirche

31.05.2019

Magazin: Missbrauchsopfer wollen Entschädigungen von der Kirche Opfer fordern Milliarden

Betroffene von Missbrauch fordern einem Medienbericht zufolge hohe Entschädigungen von der katholischen Kirche. Laut der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" sprechen Vertreter der Opferverbände von Einmalzahlungen in Höhe von 300.000 Euro pro Person.

Die Forderung sei bei einem Treffen am Montag in Bonn geäußert worden, das die Deutsche Bischofskonferenz organisiert habe.

Bisher gewährt die Kirche "Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids" – das sind maximal 5.000 Euro.

DBK: Kein Kommentar

Am Samstag treten die von Papst Franziskus verschärften neuen Normen im Kampf gegen Missbrauch durch Geistliche in Kraft. Sie sehen unter anderem eine Anzeigepflicht vor und regeln Untersuchungen gegen Bischöfe, die Ermittlungen vertuscht oder verschleppt haben.

Die Bischofskonferenz erklärte auf Anfrage, derzeit laufe die Überarbeitung des Anerkennungsverfahrens für Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland. "Wir möchten die 'Spiegel'-Meldung zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren, um dem Ergebnis der Beratungen nicht vorzugreifen", sagte eine Sprecherin. Die Überarbeitung sei Aufgabe einer Arbeitsgruppe, die im März bei der Vollversammlung der Bischöfe in Lingen beschlossen worden sei.

Dunkelziffer: Mehr als 100.000 Geschädigte

Wie der "Spiegel" weiter schreibt, wünschten die Opfervertreter bei dem Treffen, dass künftig eine Kommission mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen über die Einmalzahlungen entscheiden solle. Viele Betroffene litten unter psychischen Erkrankungen und seien nur bedingt arbeitsfähig. An dem Bonner Gespräch hätten auch Wissenschaftler, psychologische Berater und Mitarbeiter des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung teilgenommen sowie der Kölner Weihbischof Ansgar Puff als Vertreter der Bischofskonferenz.

Laut einer großen Studie, die die Bischofskonferenz im Herbst veröffentlicht hatte, wurden in den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 Hinweise auf bundesweit 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute gefunden. Wissenschaftler gingen von einer Dunkelziffer von mehr als 100.000 Geschädigten aus, schreibt der "Spiegel".

(KNA)

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