Matthias Kopp, DBK-Sprecher
Matthias Kopp

20.05.2019

Bischöfe weisen Kritik an Aufarbeitung von Missbrauch zurück "Das Gegenteil ist der Fall"

Die Deutsche Bischofskonferenz wehrt sich gegen die Kritik an ihrer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs. "Den Vorwurf, es gebe keine gemeinsame Strategie, weisen wir zurück", betonte Sprecher Matthias Kopp an diesem Montag.

Denn das Gegenteil sei durch den Beschluss der Vollversammlung von Fulda der Fall, ergänzte er gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Kritik des Leiters der Forschergruppe, die im Herbst eine wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorlegt hatte, "überrascht uns", so Kopp weiter:

Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet

"Die deutschen Bischöfe haben umgehend nach Erscheinen der MHG-Studie einen Maßnahmenkatalog beschlossen, welche Konsequenzen aus der Studie abgeleitet werden. Dieser Maßnahmenkatalog wird kontinuierlich bearbeitet." Erst vor wenigen Wochen habe der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, einen Statusbericht vorgelegt hat, "der gezeigt hat: Die Bischöfe arbeiten gemeinsam an den Themen."

Der Leiter der Forschergruppe, der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing, hatte den Umgang der Bischöfe mit dem Thema Missbrauch kritisiert. Er könne bei ihnen "bisher keine gemeinsame Strategie erkennen, weitere Forschungsarbeiten in Gang zu setzen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag).

Auch die Äußerungen einzelner Bischöfe zu den Ergebnissen der Studie und den daraus abzuleitenden Konsequenzen seien höchst verschieden.

Dreßing hat weitere Vorschläge

Der Wissenschaftler wies zudem darauf hin, dass mit der Studie die Aufarbeitung des Missbrauchs keinesfalls erledigt sei. Sie könne allenfalls der Auftakt für weitere Forschungen sein.

Sinnvoll wäre aus seiner Sicht auch "eine nationale Dunkelfeldstudie mit einer großen repräsentativen Stichprobe". Zudem müsse die Präventionsarbeit genauer unter die Lupe genommen werden. Ohne Evaluation bleibe diese "im besten Fall Stückwerk. Im ungünstigen Fall kann sie von Verantwortlichen als Feigenblatt missbraucht werden, um notwendige strukturelle Reformen zu vermeiden."

Die Aufarbeitung müsste aus Dreßings Sicht "überregional erfolgen, nach einheitlichen Standards und unter Einbeziehung der Betroffenen".

In diesem Zusammenhang müssten auch die Strukturen noch näher untersucht werden, die die Vertuschung des Missbrauchs begünstigt haben: "Dabei ist natürlich auch damit zu rechnen, dass Verantwortliche benannt werden, die vielleicht noch leben, wenn nicht sogar noch in Amt und Würden sind."

Für ihn, so der Psychiater weiter, sei es "schon erstaunlich, dass nach der Veröffentlichung unserer Studienergebnisse viel von Scham und Schuld gesprochen wurde, aber nicht von konkreter und persönlicher Verantwortung".

Missbrauch in Institutionen könne sich nie völlig vermeiden lassen, ergänzte Dreßing. Man könne aber die für eine Institution spezifischen Risikokonstellationen verändern: "In der katholischen Kirche könnte dies zum Beispiel bedeuten: die Beschränkung klerikaler Macht, eine Reform ihrer Sexualmoral, die wissenschaftliche Erkenntnisse ausblendet, eine Abschaffung des Pflichtzölibats oder, wenn man daran festhalten will, eine adäquate Begleitung von Priesteramtskandidaten dabei. Hilfreich wäre auch eine Aufbrechung der geschlossenen Männerbünde, zum Beispiel durch die Zulassung von Frauen zu Weiheämtern."

(KNA)

Sommer-Gewinnspiel

Ab dem 15. Juli wochentäglich: unser multimediales Sommer-Gewinnspiel. Kirchengeräusch anhören, erraten und gewinnen!

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.08.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Food-Truck von Neue Nachbarn in Düsseldorf
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Kölner Protokollchefin über große Momente
11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Kölner Protokollchefin über große Momente
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag. (Achtung: Sommerpause ab 1. Juli)