01.04.2019

Mertes für Beichtgeheimnis bei Missbrauchstaten "Setzt keinen Vergebungs-Automatismus in Gang"

Der Jesuit Klaus Mertes hat sich für eine Beibehaltung des Beichtgeheimnisses ausgesprochen – auch wenn es um sexuellen Missbrauch geht. Geschützte Vertrauensräume gehörten zur Grundlage einer "humanen, nicht-totalitären Gesellschaft".

Angesichts einer möglichen Aufhebung des Beichtgeheimnisses, wenn jemand sexuellen Missbrauch bekennt, betonte Mertes: "Defensives Täterschweigen würde weiter betoniert, Schweigekartelle würden noch enger zusammengeschweißt." Das schrieb Mertes in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de in Bonn.

Blick nach Australien

Hintergrund der Äußerungen von Mertes ist, dass die gesetzgebende Versammlung des Bundesstaates Canberra kürzlich die Anzeigepflicht von Missbrauchsfällen beschlossen hatte. Jeder Erwachsene ist demnach verpflichtet, Missbrauch bei der Polizei anzuzeigen. Das gilt auch für Priester, denen eine solche Tat gebeichtet wurde. Die Kirche lehnt das allerdings ab.

Mertes nannte es eine "Perversion der Beichte", wenn sich jemand auf sie berufe, um eine strafrechtliche Aufarbeitung zu "umschiffen".

Kein "Vergebungs-Automatismus"

Beichte setze keinen "Vergebungs-Automatismus" in Gang. "Ein Priester, der die Beichte, also das Schuldbekenntnis hört, ist nicht zur Absolution verpflichtet. Er hat selbstverständlich auch die Pflicht, das Beichtgeheimnis davor zu schützen, dass es zur Komplizenschaft mit Verbrechen führt." Es sei niemandem geholfen, "wenn der Missbrauch auch noch die Macht über die Vertrauensräume erhält, indem er sie zerstört", so Mertes.

Priester, Anwälte oder Ärzte könnten "ethische Dilemma-Situationen" nicht verhindern. "Das gehört zum Berufsrisiko", betonte der Jesuit.

"Das wird auch nicht dadurch verhindert, dass man verallgemeinernde Ausnahmetatbestände schafft, die die Schweigepflicht durchlöchern." Sollte bei ihm ein Missbrauchstäter beichten, wisse er "ziemlich genau", welche Optionen ihm statt des Bruchs des Beichtgeheimnisses blieben: zum Beispiel Aufforderung zur Selbstanzeige oder eine Verweigerung der Absolution.

Mertes betonte, dass der Schutz der Kinder grundsätzlich immer Vorrang vor dem Schutz der Institution habe, "insbesondere dann, wenn Gefahr im Verzug ist".

(KNA)

Gottesdienste Kar- und Osterwoche

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste der Kar- und Osterwoche auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

Alle Übertragungen im Überblick (pdf).

Himmelklar Podcast

WBS-Weggeleit

DURCH-ATMEN - Der neue Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Podcast: Der Morgenimpuls von Schwester Katharina

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 07.04.2020
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

18:30 - 19:30 Uhr

Gottesdienst

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…