Päpstlicher Sonderermittler in Chile im Krankenhaus
Symbolbild Missbrauch in der Kirche

30.01.2021

"SZ" berichtet über Verdacht eines Missbrauchs-Netzwerks Ettal, München, Oberammergau

Ehemalige Heimkinder und ihre Unterstützer erheben in der "Süddeutschen Zeitung" schwere Vorwürfe gegen mehrere Einrichtungen. Sie seien regelmäßig vergewaltigt und dafür teils hin- und hergefahren worden. 

Der frühere Leiter des Goethe-Instituts in Bukarest, Vladimir Kadavy, und der Mainzer Traumatherapeut Jörg Jaegers sind dem Bericht zufolge nach jahrelangen Recherchen überzeugt, dass die Heimkinder nicht nur Opfer von Einzeltätern, sondern eines Netzwerks geworden seien. Als Bestandteile dieses Netzwerks werden in der "SZ" das frühere Hänsel-und-Gretel-Heim der Stadt München in Oberammergau, das Haus Maffei in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Feldafing am Starnberger See, Kloster Ettal und das Salesianum in München benannt.

Kadavy war als Kind im Hänsel-und-Gretel-Heim in Oberammergau, sagt aber von sich, er sei nicht missbraucht worden. Allerdings habe ein Täter, ein Maristenpater, der in dem Heim regelmäßig seinen Sommerurlaub verbracht habe, ihn dafür "getestet".

"Wie ein Lustknabe"

Ein nicht mit Klarnamen benannter Betroffener wurde nach den Worten seiner Therapeutin "wie ein Lustknabe" von einer Einrichtung zur nächsten weitergereicht. In Feldafing seien Heimkinder nicht nur vom örtlichen Pfarrer schwer missbraucht worden, was das Bistum Augsburg durch Geldzahlungen inzwischen anerkannt habe. Kinder seien von Schwestern nach Kloster Ettal gefahren und dort in Kellerabteilen eingesperrt worden, wo sie wochenlang nahezu täglich vergewaltigt und misshandelt worden seien. An den sexuellen Übergriffen seien auch Nonnen beteiligt gewesen.

Durch ein Urteil des Darmstädter Sozialgerichts aus dem vergangenen Jahr fühlen sich dem Bericht zufolge Kadavy und seine Mitstreiter bestätigt. Das Gericht hatte einem ehemaligen Heimkind in Obhut der Niederbronner Schwestern in Speyer eine Opferrente zuerkannt und dessen Schilderungen von erlittener Zwangsprostitution als glaubwürdig eingestuft.

Außer den Aussagen der ehemaligen Heimkinder und ihres Umfelds präsentiert die SZ keine Belege. Kadavy wird mit der Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Vorgänge in Feldafing, Oberammergau, Ettal und München durch ein interdisziplinäres Forscherteam zitiert. Den betroffenen Institutionen wirft Kadavy mangelnden Aufklärungswillen vor.

(KNA)

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