Mutmaßlicher LKW-Anschlag trifft nicht nur Berlin
Mutmaßlicher LKW-Anschlag trifft nicht nur Berlin

20.12.2016

Schweigeminute für die Opfer des LKW-Anschlags in Berlin "Kommt auf den Weihnachtsmarkt!"

Aus Solidarität mit den Opfern und Angehörigen des Anschlags in Berlin finden bundesweit Schweigeminuten statt. Schaustellerseelsorger Ellinghaus ruft dazu auf, sich ganz bewusst auf den Weihnachtsmarkt zu begeben und mitzumachen.

domradio.de: Wie sind die Reaktionen der Schausteller auf den schrecklichen Anschlag?

Pfarrer Sascha Ellinghaus, Circus- und Schaustellerseelsorge: Die Schausteller sind natürlich sehr betroffen, die Weihnachtsmärkte gelten als ein Zeichen der Freude und der Abwechslung für die Menschen. Und wenn dort so ein Anschlag verübt wird, ist es natürlich besonders schlimm. Wir sind froh, dass keine Menschen aus ihren Reihen betroffen sind, aber sie waren unmittelbar dabei, haben die Situation miterlebt, haben die Verletzten und die Toten vor Orten gesehen. Ihre Geschäfte sind mit betroffen, hier auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Es ist natürlich eine sehr bedrückte Stimmung.

domradio.de: Sind Sie in Berlin gewesen oder hat man Sie jetzt dorthin geschickt?

Pfarrer Ellinghaus: Ich stehe ja im regen Austausch mit den Schaustellern und auch mit dem Verbandspräsidenten, und wir hielten es für angezeigt, dass ich mich heute aus Bonn nach Berlin aufmache, damit ich auch vor Ort für die Schausteller da bin und ihnen zur Seite stehen kann.

domradio.de: Es ist immer eine große Hilflosigkeit, die sich breitmacht nach solchen Geschehnissen. So geht es auch den Schaustellern, oder?

Pfarrer Ellinghaus: Auf den deutschen Weihnachtsmärkten haben die Schausteller gerade am heutigen Tag eingeladen, um 18 Uhr zu einer Schweigeminute für die Opfer dieses Anschlages, für die Betroffenen, für die Verletzten und für ihre Angehörigen zusammenzukommen und damit ein Zeichen zu setzen für den Frieden; ein Zeichen zu setzen gegen den Terror, ein Zeichen für unsere freiheitliche Lebenskultur und unsere Freude am Feiern und Miteinanderauskommen. Und diese Einladung wollen wir als katholische Kirche gerne unterstützen und sagen: Kommt heute auf die Weihnachtsmärkte um 18 Uhr. In ganz Deutschland sind es bis jetzt 65 Weihnachtsmärkte, die daran teilhaben und eben diese Gedenkminute auch halten werden. Die Kölner Weihnachtsmärkte sind dabei, Essen ist dabei, Dortmund ist dabei, Karlsruhe ist dabei. Und sie wollen die Menschen einladen wirklich auf die Märkte am heutigen Tag zu kommen, keine Angst zu haben, sondern zu sagen: Wir sind da, wir lassen unser Leben nicht einschränken durch den Terror, sondern wollen froh und mit Gottes Segen in die Zukunft gehen.

domradio.de: Wie soll diese Schweigeminute ablaufen?

Pfarrer Ellinghaus: In der Regel gibt es eine Veranstaltungsbühne oder ein Zentrum auf jedem Weihnachtsmarkt. Man kann sicher leicht eine Mitte ausmachen. Dort wird man sich zu einer Schweigeminute, gestaltet mit Musik und einer Ansprache, zusammenfinden. Aber in der Art der Ausführung sind die Verantwortlichen der Weihnachtsmärkte frei.

domradio.de: Wie schätzen Sie das ein? Haben die Menschen, mit denen Sie in Kontakt sind, Angst?

Pfarrer Ellinghaus: Das kann ich nicht sagen. Sie sind sicherlich betroffen von den Ereignissen, denn ihre Aufgabe ist es ja eigentlich, den Menschen eine Freude und Vergnügen zu bringen. Das steht natürlich dem, was hier geschehen ist, diametral gegenüber. Die Erlebnisse der vergangenen Nacht müssen natürlich verarbeitet werden, das geht nicht von jetzt auf gleich, aber es ist immer eine Zuversicht da, für die gute Sache zu arbeiten, die sich die Schausteller als Lebensaufgabe gesetzt haben.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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