Mandala aus vielen Blüten
Mandala aus vielen Blüten

25.07.2015

Duisburg gedenkt der Loveparade-Opfer Das Trauma bleibt

Mit einer Gedenkfeier am Unglücksort hat die Stadt Duisburg am Freitagabend an die Loveparade-Katastrophe am 24. Juli 2010 erinnert. "Fünf Jahre sind vergangen - das Trauma 'Loveparade' blieb", sagte Oberbürgermeister Sören Link in seiner Ansprache.

Das Unglück wirke in den Angehörigen und Betroffenen, aber auch in der Stadt Duisburg und ihren Bürgern nach, sagte Link (SPD). An der Gedenkfeier für die 21 Todesopfer und hunderte Verletzte und Traumatisierte des Unglücks nahmen mehrere hundert Menschen teil. Unter den Teilnehmern der Gedenkfeier am Mahnmal für die Opfer waren auch die Angehörigen der Todesopfer, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Duisburgs Alt-Oberbürgermeister Josef Krings (SPD).

Link bekräftigte den Wunsch nach einem baldigen Beginn eines Strafverfahrens. "Es ist den Angehörigen der Opfer kaum noch zu erklären, dass es nach fünf Jahren immer noch so viele offene Fragen und so wenig Antworten, so wenig Gewissheit gibt", sagte der Oberbürgermeister. Der Prozess sei für die Angehörigen zentral, "um diesen unvorstellbar schmerzhaften und belastenden Teil ihrer Geschichte verarbeiten zu können, einen Weg zum Weiterleben zu finden". Das Landgericht Duisburg prüft seit anderthalb Jahren die Anklage gegen zehn Verantwortliche der Veranstalterfirma Lopavent und der Stadt Duisburg.

Für den Blick nach vorne stehe auch die Stiftung "Duisburg 24.7.2010", die am Donnerstag zur langfristigen Unterstützung der Betroffenen gegründet wurde, erklärte Link weiter. "Im Bewusstsein, Mitverantwortung für die Folgen der Katastrophe zu tragen", unterstütze auch die Stadt Duisburg die Stiftung. Link war 2012 nach der Abwahl seines Vorgängers Adolph Sauerland (CDU) ins Amt gekommen. Sauerland hatte sich lange geweigert, politische Verantwortung für das Loveparade-Unglück zu übernehmen.

Erinnerung - und der Blick nach vorn

Der Ombudsmann der Stadt Duisburg für die Betroffenen, Jürgen Widera, erklärte, Glaube, Liebe und Hoffnung hätten die Angehörigen der Todesopfer und die Verletzten und Traumatisierten die letzten fünf Jahre durchhalten lassen. Auch an diesem fünften Gedenktag wolle man "zurückblicken, sich erinnern, aber auch den Blick nach vorne richten", sagte der evangelische Pfarrer.

Mit der Stiftung stelle sich die Stadtgesellschaft in Duisburg auch der Verantwortung, sagte der Ombudsmann für die Belange der Opferangehörigen und Betroffenen. "Niemand soll allein gelassen werden", betonte Widera. Auch er mahnte die Klärung der Schuldfrage für die Katastrophe an.

Im Verlauf der von Musikdarbietungen begleiteten Gedenkfeier wurde auch ein großes Mandala aus Tausenden von Blüten enthüllt, das die Duisburger Künstlerin Mila Langbehn mit Helfern hergestellt hatte. Die Gruppe Junges Ensemble Ruhr sang ein Stück, in dem es hieß, die Zurückgebliebenen wollten sich an ihre bei der Loveparade ums Leben gekommenen Verwandten so erinnern, wie man sie gesehen habe.

Am 24. Juli 2010 waren bei einer Massenpanik auf der Loveparade 21 Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren ums Leben gekommen und mehr als 500 verletzt worden. Hunderttausende Techno-Fans waren nach Duisburg gekommen, um auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs zu feiern. Als der einzige Zugang zum Festivalgelände wegen Überfüllung zeitweise geschlossen wurde, brach in dem dichten Gedränge eine Massenpanik aus. Durch den Druck der Menschenmenge wurden 13 Frauen und acht Männer aus sieben Ländern zu Tode gequetscht.

(epd)

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