Babyfüße in den Händen der Mutter
Babyfüße in den Händen der Mutter

11.05.2020

Hannah und Noah waren die beliebtesten Vornamen 2019 Biblische Namen auf den Top-Plätzen

Mehr als 500.000 Vornamen haben Deutschlands Standesämter auf der Liste. Doch bei den beliebtesten Babynamen herrscht seit Jahren eine große Stabilität. Eltern kommt es auf Wohlklang an - religiöse Bedeutungen sind egal.

Namen sind Schall und Rauch, heißt es in Goethes "Faust". "Nomen est omen", besagt ein anderes Sprichwort genau das Gegenteil: Danach sagen Vornamen mehr als viele Worte, weil sie die Identität jedes Menschen mitprägen, möglicherweise seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mitbestimmen oder etwas über die Zeit und die Traditionen verraten, in denen das Kind geboren wurde.

500.000 Vornamen sind in Deutschland bei den Standesämtern registriert, und stets kommen neue dazu. Insbesondere die Internationalisierung trägt dazu bei, dass die Vielfalt größer wird.

Doch zeigt die Liste der häufigsten Vornamen des Jahres 2019, die die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Montag in Wiesbaden veröffentlichte, zugleich eine erstaunliche Stabilität.

Und bei den Zweitnamen?

Spitzenreiter bei den Erstnamen sind bei den Mädchen Hanna(h) und Emma auf Rang eins: Hanna(h) wurde 5.274-mal und Emma 5.273-mal als Erstname vergeben. Dann folgen lautlich auffallend ähnliche Namen wie Mia (3), Emilia (4), Lina (6), Ella (8) und Mila (9). Sophia und Marie finden sich - anders als in den vergangenen Jahren - erst auf Platz 5 und Platz 10. Das liegt aber daran, dass die Wissenschaftler erstmal nach Erst- und Zweitnamen getrennt auswerteten.

Bei den häufigsten Zweitnamen liegen Sophia und Marie ganz vorn. Bei den Jungen führt Noah mit 4.922 Erstnamen die Liste an, gefolgt von Ben, Paul Leon und Luis.

"Wohlklang ist heute das mit Abstand wichtigste Benennungsmotiv für Eltern", sagt die Mainzer Sprachforscherin Damaris Nübling. 80 Prozent der Eltern richten sich danach, während lediglich 16 Prozent noch auf familiäre Traditionen achten. Die inhaltliche oder religiöse Bedeutung der Namen interessiere nur noch eine kleine Minderheit, so Vizepräsidentin der GfdS.

Festgestellt haben die Namensforscher einen grundsätzlichen Geschlechtsunterschied: Jungennamen können einsilbig sein, während bei den Mädchennamen selbst in den Top 100 kein einziger Einsilber vorkommt. Die Namen der Mädchen sind zudem in mehrfacher Hinsicht monotoner als die der Jungen: Erstens teilen sich mehr Mädchen als Jungen den gleichen Namen, insbesondere den Zweitnamen.

Zweitens wiederholen sich in vielen Erstnamen der Mädchen relativ wenige Laute: Die drei Vokale e, i und a werden mit vier weichen, als wohlklingend empfundenen Konsonanten m, n, l und r zu Emilia, Emma, Ella, Mila, Mia, Maria oder Lina kombiniert. Nur Clara (7) sowie Frieda, Charlotte und Mathilda heben sich mit ihren härteren Konsonanten ab.

Mehr Kontraste bei Jungennamen

Bei den Jungennamen gibt es mehr Kontraste: Das Spektrum an Vokalen und Konsonanten ist deutlich reichhaltiger. Auch gibt es eine größere Spannbreite an Silben und unterschiedlichere Auslaute, so bei Noah, Leon, Luis, Elias unter den Top Ten, aber auch auf weiteren Rängen bei Matteo, Liam oder Felix. Dazu gehört, dass seit wenigen Jahren auch Jungennamen auf -a in die Toppositionen aufgestiegen sind, etwa Noah oder Luca.

"Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die Mädchennamen abwechslungsreicher und dynamischer", sagt Nübling. Jungen teilten sich dagegen manchmal Jahrzehnte hinweg die gleichen Namen (Michael, Andreas, Stefan), was die Namensforscher auch damit erklären, dass sie häufiger nach Vätern, Großvätern oder Paten benannt wurden.

Beim Blick in die unteren Ränge der Tabelle glaubt Nübling schon die Favoriten der nächsten Jahren ausmachen zu können. So arbeitet sich bei den Erstnamen der Jungen seit einigen Jahren der italienische Name Matteo (13) nach oben. Auch Liam (20), Milan (24) und Karl (28) steigen auf. Weiterhin auf Platz 21 befindet sich Mohammed. Bei den Mädchen deuten sich weitere Anstiege für Ida (18), Frieda (13) und Charlotte (17) an. Greta, 2018 auf Platz 27, ist leicht auf Rang 29 abgestiegen - und das trotz Greta Thunberg.

Übrigens werden Kindernamen zunehmend auf Haustiere übertragen: Emma, Mia, Maja und Lilly sind auch typische Namen für Hündinnen und Katzen, während Rüden und Kater Paul, Ben, Felix und Oskar heißen.

Bei explizit biblischen Namen schrecken die Deutschen aber offenbar zurück: Hanna(h), Marie, Elias und Jonas überschreiten die Mensch-Tier-Grenze selten.

Christoph Arens
(KNA)

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