Papst Franziskus verlässt die Synodenaula zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode
Papst Franziskus verlässt die Synodenaula zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode
Das Schlussdokument der Amazonas-Synode
Das Schlussdokument der Amazonas-Synode
Papst Franziskus und Synodenteilnehmer in der Synodenaula zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode
Papst Franziskus und Synodenteilnehmer in der Synodenaula zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode
Papst Franziskus mit Vertretern indigener Völker
Papst Franziskus mit Vertretern indigener Völker

28.10.2019

Bei der Amazonas-Synode gehen Papst und Bischöfe neue Wege Öko-Agenda und kleine Reformschritte im Vatikan

Die Erwartungen waren hoch, als Papst Franziskus die Amazonas- Synode einberief. Gerüchte über radikale Reformen machten die Runde. Tatsächlich hat sich in drei Wochen in Rom mehr bewegt als bei vielen Synoden zuvor.

So viel Farbe, Vielfalt und Leben war selten im Vatikan. Etwa 200 Bischöfe und Ordensobere, davon die meisten aus dem Amazonasgebiet, sowie zahlreiche Seelsorger und Aktivisten von der Basis haben die Kirchenspitze in diesem Oktober verwandelt. Aus der sonst eher steril wirkenden Synodenaula wurde durch Plakate, bunte Holzfiguren und allerlei tropische Dekorationen ein Stück Lateinamerika. Die vorherrschenden Sprachen hier und im vatikanischen Pressesaal waren drei Wochen lang Spanisch und Portugiesisch.

Menschen mit buntem Federschmuck und Gesichtsbemalung zeigten sich bei Pressekonferenzen und in Papstmessen. Die deutlich in der Minderheit bleibenden und meist zurückhaltend agierenden Kurienkardinäle sowie wenige europäische Bischöfe wirkten in diesen Wochen beinahe wie Gäste. Im siebten Jahr des Franziskus-Pontifikats war plötzlich unübersehbar, dass die katholische Weltkirche stärker denn je zuvor lateinamerikanisch geprägt ist.

Engagiert erzählt und geklagt

Die besondere Zusammensetzung der Synode brachte es mit sich, dass engagiert erzählt und geklagt wurde: Über die Zerstörung des Lebensraums der Ureinwohner, über Ausbeutung der Menschen und der Bodenschätze, über bedrohte Völker und den Kampf derer, die sich für sie einsetzen. An der sehr speziellen Zusammensetzung der Versammlung lag es auch, dass einige Positionen, die in früheren Synoden im Vatikan höchstens von Einzelkämpfern vorgetragen wurden, plötzlich mehrheitsfähig wurden. Mehr als 80 Redner - die meisten von ihnen Bischöfe - sprachen sich für die Zulassung verheirateter Männer zum Priestertum aus, um den krassen Priestermangel in der Amazonasregion zu überwinden. Auch die Forderung nach Gemeindeleitungsämtern für Frauen wurde immer wieder geäußert - allerdings gab es hier einen ganzen Strauß von unterschiedlichen Vorschlägen.

Es war daher kein Wunder, dass der Vorschlag, auch verheiratete Männer zu Priestern zu weihen, um in entlegenen Gebieten, wo oft über Monate kein Priester auftaucht, um die Sakramente zu spenden, mit einer Zweidrittelmehrheit der Stimmen Einzug fand ins Schlussdokument der Synode. Zwar war dieser Punkt mit mehr als 40 Gegenstimmen der umstrittenste von 120 Punkten, aber wirklich knapp war auch dieses Ergebnis nicht. In puncto Frauenämter bleibt der Text, der nun dem Papst zur Entscheidungsgrundlage dient, eher vage.

"Laudato si"

Papst Franziskus zeigte sich in seiner mehrfach von Lachen und Applaus begleiteten Abschlussrede zur Synode sichtlich zufrieden mit dem Erreichten. Er kündigte an, noch vor Jahresende das offizielle päpstliche Dokument vorzulegen, in dem er die Vorschläge der Synode aufgreift. Offenbar will er den Schwung der Synode nutzen. Sie stand unter großer internationaler Medienbeobachtung und erlebte einen Papst, der nach einer Serie innerkirchlicher Krisen der vergangenen Monate wieder als Vordenker und Lenker seiner Kirche auftrat. Mit mehreren eigenen Interventionen trug er dazu bei, dass die streckenweise ins Stocken geratenden Debatten zielstrebig vorangingen.

Und er konnte am Ende mit Genugtuung feststellen, dass die Intuition, die ihn 2015 dazu brachte, die Umwelt-Enzyklika "Laudato si" zu publizieren, richtig war und erste Früchte trägt. Die großen Öko-und Klimathemen sind, wie Kardinal Reinhard Marx in Rom anmerkte, inzwischen "in der Mitte der Kirche und bei den Kardinälen und Bischöfen angekommen". Die auf anderen Gebieten der Moral in einer schweren Glaubwürdigkeitskrise steckende Kirche hofft nun, als Mitstreiter in der "globalen ökosozialen Krise" zu einem wichtigen Partner in einer Allianz von Wissenschaft und klimaschutzbewegter Jugend zu werden.

Von Flüssen und Wäldern

Als weltumfassende Glaubensgemeinschaft bemüht sich die Kirche dabei auch, Elemente der Naturreligionen aufzugreifen. Von "Flüssen und Wäldern, die heilige Räume sind, Quell des Lebens und der Weisheit", ist in dem Synodendokument die Rede. Es ist nicht nur diese Sprache, die Verteidiger der katholischen Tradition die Stirn runzeln lässt.

Auch die kultische Verehrung für Holzfiguren mit Fruchtbarkeitssymbolen, die es in diesen Tagen bis in die vatikanischen Gärten schaffte, sorgte für streckenweise erbitterten Streit im Umfeld der Synode. Papst Franziskus griff auch in diese Debatte ein und verurteilte in seiner Abschlusspredigt die Verachtung eurozentrisch denkender Christen für die zu Unrecht als rückständig verachteten Kulturen der Ureinwohner.

Ludwig Ring-Eifel
(KNA)

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