Gedenken an Opfer in Fukushima
Gedenken an Opfer in Fukushima
Abgesperrte Straße nahe Fukushima
Abgesperrte Straße nahe Fukushima

11.03.2019

Fragen und Antworten zur Nuklearkatastrophe von 2011 Was geschah im japanischen Fukushima?

Fukushima bedeutet auf Japanisch "Insel des Glücks". Doch nahe der nordostjapanischen Stadt ereignete sich 2011 eine verheerende Atomkatastrophe, die die Welt erschütterte und bis heute nachwirkt. Was geschah im März 2011 in Fukushima?

In der nordostjapanischen Präfektur Fukushima gab es am 11. März 2011 ein schweres Seebeben und in den folgenden Tagen mehrere Nuklearkatastrophen im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ("Fukushima I"). Auslöser war das größte bekannte Beben der japanischen Geschichte mit der Stärke 9,0. In dessen Folge bildete sich ein Tsunami mit bis zu 15 Meter hohen Wellen, die den Atommeiler fluteten. In drei der sechs Reaktorblöcke von Fukushima I kam es zu Kernschmelzen. Große Mengen radioaktiven Materials wurden freigesetzt; sie kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel der Umgebung. Schätzungen zufolge dürften die Entsorgungsarbeiten noch 30 bis 40 Jahre dauern. Die Folgekosten werden mittlerweile auf umgerechnet 175 bis 500 Milliarden Euro beziffert.

Wie viele Menschen waren betroffen?

Durch die Flutwelle starben an der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu mehr als 18.000 Menschen. Fast eine halbe Million Personen wurden in Notunterkünften untergebracht. 375.000 Gebäude wurden ganz oder zum Teil zerstört. Untersuchungen zufolge kommt es unter den Umgesiedelten etwa fünfmal häufiger zu psychischen Störungen als im Landesdurchschnitt. Unter den betroffenen Senioren stieg die Sterblichkeit in den ersten drei Monaten um das Dreifache.

Die Zahl der Toten im havarierten Kraftwerk sowie durch die Evakuierung oder ihre Folgen wird auf etwa 600 beziffert. Insgesamt wird langfristig mit bis zu 10.000 Toten durch die Atomkatastrophe und ihre Folgeerkrankungen gerechnet. Direkte Strahlungserkrankungen machen davon nur den geringeren Teil aus.

Welche Fehler wurden am Reaktor gemacht?

Die Schutzmauern zur Meerseite waren deutlich zu niedrig. Der größten Flutwelle in der Geschichte des Landes konnten sie keinesfalls standhalten. Die Erdbebensicherheit war bis zu einer maximalen Stärke von 8,0 ausgelegt. Weitere Konstruktionsmängel waren bereits vor der Katastrophe moniert worden. Zudem musste die Betreiberfirma Tepco nachträglich einräumen, über Jahre Wartung und Schutzmaßnahmen vernachlässigt und mehrere Störfälle verschwiegen zu haben. Tepco wie auch der damaligen Regierung werden mangelnde Koordination und schlechte Informationspolitik vorgeworfen. Dadurch seien unnötig viele Menschen schädlicher Strahlung ausgesetzt worden. Viele, vor allem Alte und Kranke, seien durch zu spät eingeleitete Rettungsmaßnahmen ums Leben gekommen.

Wie viele Verantwortliche wurden juristisch belangt?

In den ersten fünf Jahren nach der Reaktorkatastrophe wurden keine Prozesse angestrengt beziehungsweise entsprechende Klagen von den Gerichten abgewiesen. Zum fünften Jahrestag reichte ein Komitee unabhängiger Bürger Anfang 2016 eine neue Klage gegen die drei damaligen Top-Manager der Betreiberfirma Tepco wegen Fahrlässigkeit mit Todesfolge und mangelhafter Informationspolitik ein. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Anklage zuvor mehrfach aus Mangel an Beweisen abgelehnt. Im März 2018 stellte ein Gericht in Kyoto eine Mitschuld der Regierung und von Tepco an der Katastrophe fest und ordnete Entschädigungszahlungen von 835.000 Euro an.

Wie steht es um Japans Atomausstieg?

Nach Fukushima stieg weltweit die Skepsis gegenüber der Kernenergie. In Deutschland beschloss die Bundesregierung einen stufenweisen Atomausstieg bis 2022. Die japanischen Regierungen verfolgen seit 2011 einen Zickzackkurs: Zunächst wurde ein baldiger Ausstieg angekündigt; bald darauf wurde dieser Schritt auf Druck der Industrie wieder zurückgenommen. Schon vor der Katastrophe hatte Japan auf einen Energie-Mix mit nur einem Drittel Atomenergie gesetzt. Dieser Anteil sank bis 2016 auf rund 20 Prozent. Das macht Japans Wirtschaft abhängig von teurer Importkohle aus China. In Umfragen ist eine große Mehrheit der Bevölkerung für einen Atomausstieg.

Alexander Brüggemann
(KNA)

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