Auch in Deutschland sind viele Frauen und Mädchen betroffen
Auch in Deutschland sind viele Frauen und Mädchen betroffen

30.01.2018

Terre des Femmes: Verdreifachung bei weiblicher Genitalverstümmlung Ruf nach mehr Aufklärung

In Deutschland hat die Zahl der Mädchen und Frauen, deren Genitalien verstümmelt wurden, laut Frauenrechtlerinnen stark zugenommen. In zwei Jahrzehnten habe sich die Zahl fast verdreifacht, erklärte die Organisation "Terre des Femmes" am Dienstag. 

Nach ihren Hochrechnungen lebten 2017 mehr als 58.000 betroffene Frauen und mindestens 13.000 gefährdete Mädchen in Deutschland. 1998 seien es 21.000 Betroffene und 5.500 Gefährdete gewesen. Am 6. Februar wird der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung begangen.

"Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Migration aus Ländern, in denen es zur Tradition gehört, Mädchen zu beschneiden, muss dringend mehr in Aufklärung und Prävention investiert werden", forderte die Bundesgeschäftsführerin von "Terre des Femmes", Christa Stolle. Nötig seien verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen für alle Mädchen. Bei den sogenannten U-Untersuchungen müssten die Genitalien miteingeschlossen werden. "Nur so können wir sicherstellen, dass Mädchen unversehrt in Deutschland aufwachsen, und bereits Betroffene medizinisch und psychologisch betreut werden", sagte Stolle.

Forderung nach Weiterbildungen für Mediziner und andere

Das System der Früherkennungsuntersuchungen sei eine Errungenschaft des Sozialsystems, von dem auch Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund profitieren sollten. Zudem seien verpflichtende Aus- und Weiterbildungen für Fachpersonal aus medizinischen, pädagogischen, sozialen sowie juristischen Berufen und für Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe nötig. "Nur so wird es möglich sein, dass die Zahl Betroffener und Gefährdeter nicht weiter in Deutschland ansteigt", sagte Stolle.

Die Verstümmelung weiblicher Genitalien gilt als Menschenrechtsverletzung, unter deren gesundheitlichen und psychischen Folgen die Frauen ein Leben lang leiden. Dazu gehören Probleme beim Wasserlassen, bei der Menstruation, bei Geburten und beim Geschlechtsverkehr. Weltweit sind etwa 200 Millionen Frauen und Mädchen beschnitten. Die Tradition ist in etwa 30 afrikanischen Ländern, vor allem südlich der Sahara, verbreitet. Sie wird auch in arabischen Ländern wie Oman und dem Jemen und in einigen asiatischen Ländern praktiziert. Jedes Jahr müssen rund drei Millionen Mädchen, die meisten unter 15 Jahren, den gefährlichen Eingriff über sich ergehen lassen.

(epd)

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