Braunkohletagebau
Braunkohletagebau
Bagger reißt eine Mauer vom "Immerather Dom" ein
Bagger reißt eine Mauer vom "Immerather Dom" ein

09.01.2018

Diözesanrat Aachen kritisiert Ausweitung des Tagebaus "Symbol der Sinnlosigkeit"

Immer wieder müssen Orte und Wälder dem Tagebau weichen. Jüngstes Beispiel ist der Abriss des "Immerather Doms". Für den Diözesanratsvorsitzenden im Bistum Aachen, Lutz Braunöhler, ist er ein Symbol für die "Sinnlosigkeit des Tagebaus".

DOMRADIO.DE: Wie ergeht es Ihnen, wenn Sie die Bilder von den Baggern an der Sankt Lambertus Kirche in Immerath, dem "Immenrather Dom", sehen?

Lutz Braunöhler (Vorsitzender des Diözesanrats im Bistum Aachen): Sie rücken für mich das Problem in den Vordergrund. Mir geht es nicht explizit um den "Immerather Dom" und dessen Abriss. Der Immerather Dom ist seit Jahren entweiht und die Geschichte für uns abgehakt. Die Kirche steht jedoch als Symbol für die Sinnlosigkeit des Braunkohletagebaus, genauso wie die Besetzung von Bäumen im Hambacher Forst. Diese Symbole immer wieder im Vordergrund zu halten, ist für uns im Diözesanrat sehr wichtig, weil die Bewahrung der Schöpfung für uns wichtig ist.

DOMRADIO.DE: Wenn Sie von Symbolen sprechen, die gegen den Tagebau und die Abrodung der Wäler stehen, fällt mit dem Immerather Dom ein wichtiges Symbolbild, oder?

Braunöhler: Das ist richtig, aber es wird in den Medien darüber berichtet; das ist für mich der entscheidende Gesichtspunkt. So werden alle zum Nachdenken angeregt, vor allem die Verantwortlichen in Politik und bei RWE. 

DOMRADIO.DE: Sie haben als Vorsitzender der Laien im Bistum Aachen viel Kontakt zu Katholiken in der Region. Was denken diese?

Braunöhler: Ich weiß, dass die Meinungen sehr gespalten sind. Diejenigen, die etwa bei Rheinbraun und RWE beschäftigt sind, denken anders darüber. Unsere globale Verantwortung jedoch erfordert von uns eine Abwägung. Und wenn man Menschenleben gegen Arbeitsplätze abwägt, dann fällt die Entscheidung eigentlich sehr leicht. Die Beeinträchtigungen durch die Verbrennung von Kohle sind global: Sie führen nicht nur bei uns zu Problemen, sondern vor allem auch in wirtschaftlich armen Ländern, wo sich Nachteile auf das Klima mehr auswirken als bei uns. Dort fehlen die technischen Möglichkeiten, die wir haben, um sich gegen gravierende Nachteile abzuschotten. Die Armen auf der Südhalbkugel haben weniger Möglichkeiten, klimatische Veränderungen zu beeinflussen und sind zum Beispiel einem Anstieg des Wasserstands ausgeliefert.

DOMRADIO.DE: In Berlin ist der Kohleausstieg ein Thema. Inwiefern ist das Umsiedeln von ganzen Dörfern in der Region noch sinnvoll?

Braunöhler: Ob die Politiker genauso denken wie wir im Diözesanrat, wage ich zu bezweifeln. Ich bin beispielsweise sehr enttäuscht von der Politik in Nordrhein-Westfalen. Es hat sich mit dem Regierungswechsel nichts verändert. Man gibt sich weiterhin so, als ob Rheinbraun die Marschruten vorgibt, an denen sich die Politiker immer wieder orientieren. Dann heißt es "ja, die Gefährdung der Arbeitplätze", aber dass man mit sozialen Maßnahmen abfedern kann, darüber denkt offensichtlich kein Mensch intensiver nach.

DOMRADIO.DE: Zum Thema Hambacher Forst, der ebenfalls dem Braunkohletagebau weichen musste, gibt es sehr viele Aktivisten. Organisiert der Diözesanrat im Bistum Aachen ebenfalls Aktionen?

Braunöhler: Wir hatten überlegt, ob es sinnvoll ist, etwas zu organisieren und alle Parteien an einen Tisch zu bekommen. Ursprünglich angeregt hat das Sylvia Löhrmann (Anm. d. Red.: Die Grünen-Politikerin war v. 2010 bis 2017 Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretende Ministerpräsidentin in NRW). Nach dem Regierungswechsel hört sich das für mich anders an. Ich habe den Eindruck, dass ein Diskurs darüber nicht mehr erwünscht ist, nachdem die FDP in Düsseldorf darüber schaltet und waltet.

Das Gespräch führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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