Esel vor dem Sonnenuntergang
Esel vor dem Sonnenuntergang
Tier-Theologe Rainer Hagencord (l.) mit Esel
Tier-Theologe Rainer Hagencord (l.) mit Esel

06.02.2017

Exerzitien mit Eseln als kirchliches Angebot Eselei mit ernstem Hintergrund

Das Institut für theologische Zoologie in Münster will künftig Exerzitien mit Eseln anbieten. Losgehen soll es passenderweise am Palmsonntag, also an dem Tag, an dem Jesus nach biblischer Überlieferung mit einem Esel in Jerusalem einzog.

Am Palmsonntag, so das Internetportal "kirche-und-leben.de", plant Rainer Hagencord, Priester und Leiter des 2009 gegründeten Instituts, ein Symposium zum "Mensch-Tier-Verhältnis" im Tagungs- und Bildungshaus Mariengrund in Münster-Gievenbeck, dem neuen Standort des Instituts. Mit dort einziehen sollen zwei Poitou-Esel, besonders große Esel mit dichtem Fell, von denen es weltweit nur noch rund 3.000 Tiere gibt.

Der Einzug dieser Esel ins Institut bilde den Auftakt von Bildungsangeboten, die sich mit Aspekten der Schöpfung, der Rolle des Menschen als Teil der Natur und theologischen Fragen mit Blick auf das Tier befassten, so Hagencord. Geplant seien etwa Besinnungstage und Exerzitien für Gruppen und Einzelpersonen, aber auch Zooführungen, künstlerische Umsetzungen und Weiterbildungsangebote.

Eselin erkennt den Engel Gottes

Als Helfer, Partner und Inspiratoren sollen dabei die Tiere eine wichtige Rolle spielen: So lebten nicht nur die Esel mit ihrem neuen Stall und dem großen Auslauf künftig in unmittelbarer Nähe zum Bildungshaus. Auch Bienen würden dort gehalten, und ein Kräutergarten sowie Hochbeete mit heimischen Gemüsesorten sollen angelegt werden, kündigte der Theologe und Biologe an.

Warum es gerade Esel und Bienen sein sollen, erklärt Hagencord zunächst mit biblischen Bezügen. Da gebe es zum Beispiel im Alten Testament die Geschichte von Bileam und der klugen Eselin, die den Engel Gottes erkenne. Zum anderen seien es auch die Eigenschaften der Tiere, mit denen sich gut arbeiten lasse: "Esel sind Tiere, die sehr schnell deutlich machen, dass sie keine Geräte sind", so Hagencord. Und die Bienen öffneten die Tür zu weiteren Themenbereichen wie Lebensmittel-Erzeugung, Artenvielfalt, Artenschwund und Evolution.

Auch bei der Rückbesinnung darauf, dass auch der Mensch Teil der Schöpfung Gottes sei, könne die Begegnung mit den Tieren helfen: "Sie können ein Vorbild sein, sich mit dem Hier und Jetzt anzufreunden, denn sie leben im Hier und Jetzt." Hagencord hofft, dass in Zukunft noch andere Tiere hinzukommen: "Das könnte der Anfang einer Arche Noah sein."

(KNA)

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