Ebola-Fachkräfte in Sierra Leone
Ebola-Fachkräfte in Sierra Leone

15.01.2016

Sorge um erneuten Ausbruch der Epidemie Neuer Ebola-Fall in Sierra Leone

Kaum wurde die Region für ebolafrei erklärt, gibt es einen neuen Fall in Sierra Leone. Doch einzelne Fälle waren zu erwarten. Nun muss sichergestellt werden, dass es dabei bleibt, fordern Experten.

Nur einen Tag nach der offiziellen Verkündung des Sieges über die Ebola-Epidemie ist ein neuer Fall in Westafrika bekannt geworden. In Sierra Leone meldeten die Behörden am Freitag den Ebola-Tod einer Patientin im Norden des Landes. Die Weltgesundheitsorganisation in Genf bestätigte den Fall. Erst am Donnerstag hatte die WHO die seit zwei Jahren währende Ebola-Epidemie in Westafrika für beendet erklärt, zugleich aber vor neuen Ausbrüchen gewarnt.

Proteste in Sierra Leone

Laut dem britischen Sender BBC handelt es sich bei der Toten um eine 22-jährige Frau. Demnach protestierten Menschen in Sierra Leone vor einem öffentlichen Krankenhaus und warfen den Behörden Versagen vor. "Ärzte ohne Grenzen" rief zu anhaltender Wachsamkeit auf.

Zumeist junge Menschen protestierten der BBC zufolge vor dem Krankenhaus in der Stadt Magburaka, weil die 22-Jährige entlassen worden war, obwohl sie Ebola hatte. Niemand sei jedoch darüber informiert worden. Nach ihrem Tod sei den Angehörigen erlaubt worden, sie zu waschen, was mit einem sehr hohen Ansteckungsrisiko verbunden ist. Magburaka ist die Hauptstadt des Distrikts Tonkolili in der Provinz Northern. Laut "Ärzte ohne Grenzen" wurde genau dort am 12. Januar eine tote Person positiv auf Ebola getestet.

Suche nach Kontaktpersonen

Sierra Leone verliere mit diesem Fall erneut den Status als ebolafrei, sagte ein WHO-Sprecher. Die Gesundheitsbehörden in Sierra Leone suchen nun nach Menschen, die in Kontakt mit der Erkrankten standen. Deren Isolierung gilt als zentral für die Eindämmung des hochansteckenden Virus. In den vergangenen zwei Jahren erkrankten in Guinea, Sierra Leone und Liberia mehr als 28.600 Menschen an Ebola, mehr als 11.300 starben an der Krankheit.

Jeder Ebola-Fall berge die Gefahr eines größeren Ausbruchs, betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von "Ärzte ohne Grenzen", Maximilian Gertler. Deshalb müsse in den drei Schwerpunktländern weiter eine flächendeckende Überwachung gewährleistet sein, um Ebola-Fälle sofort melden zu können.

Bei dem neuen Fall könne es sich um eine Spätübertragung durch sexuellen Kontakt gehandelt haben, sagte Gertler dem Evangelischen Pressedienst (epd). Denn das Virus kann in der Samen- und Scheidenflüssigkeit geheilter Patienten weiterleben. "Wir haben keinerlei Erfahrung mit einer so großen Zahl von Ebola-Überlebenden. Hierzu muss intensiv geforscht werden, um die Spätfolgen der Epidemie besser zu verstehen."

(epd)

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