Dürre bedroht viele Ernten
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06.12.2015

Umweltschützer ziehen durchwachsene Zwischenbilanz Vor der Woche der Entscheidung

Umweltschützer haben zur Halbzeit des Weltklimagipfels in Paris eine durchwachsene erste Bilanz gezogen. Sie bemängelten beispielsweise ein zu langsames Verhandlungstempo und schwammig formulierte Entwürfe.

Die Generaldirektorin Politik und Klimaschutz beim WWF Deutschland, Regine Günther, erklärte am Sonntag: "Es ist tatsächlich gelungen, einen konsolidierten Text an die Minister zu übergeben. Die gute ist zugleich die schlechte Nachricht. Wir halten einen Entwurf in den Händen, der alles möglich machen kann: ein starkes Abkommen oder eine Luftnummer." Der Klimagipfel dauert bis kommenden Freitag. Auch Papst Franziskus rief dazu auf, die Verhandlungen zum Erfolg zu führen.

Franziskus ruft zu Antrengungen im Klimaschutz auf

Die in Paris tagenden Verantwortlichen müssten sich fragen, welche Welt sie kommenden Generationen hinterlassen wollten, sagte der Papst bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Im Kampf gegen den Klimawandel dürfe keine Anstrengung gescheut werden. Gleichzeitig müssten die Staaten aber auch gegen die Armut handeln.

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hatte bereits am Samstag die Weltklimakonferenz zum Handeln aufgerufen. "Wir beten heute darum, dass die Führer der Welt sich um ein Abkommen bemühen, das den Klimawandel so stark wie möglich begrenzt", hieß es laut einem Bericht von "Radio Vatikan" in einer Botschaft des Ehrenoberhaupts der orthodoxen Christen, die in der Kathedrale Notre Dame in Paris verlesen wurde.

WWF spricht von "Mammutaufgabe"

Günther vom WWF erklärte anlässlich des Eintreffens der zuständigen Minister in Paris: "Beim aktuellen Stand der Klimaverhandlungen besteht die größte Herausforderung darin, Kompromisse auf hohem Niveau zu machen. Bei 195 Verhandlungspartnern und einer komplexen Materie, die seit zwanzig Jahren verhandelt wird, ist das eine Mammutaufgabe."

"Die jetzt verhandelte Architektur des Abkommens muss den Pfad zu einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf weit unter 2 Grad, besser noch 1,5 Grad liefern." Deutschland spiele bei den Verhandlungen bislang eine konstruktive Rolle. Als erstes Industrieland habe die Bundesrepublik 1,5 Grad als maximales Limit weltweiter Erwärmung anerkannt. Das habe den pazifischen Inselstaaten und besonders vom Klimawandel bedrohten ärmeren Ländern den Rücken gestärkt und werde auch von Frankreich und Italien unterstützt.

In der zweiten Verhandlungswoche müsse über "kritische Themen" wie beispielsweise die "notwendige Überprüfung und Verschärfung" der Klimaschutzziele aller Staaten in einem Fünf-Jahres-Rhythmus sowie "Transparenz und Vergleichbarkeit der Klimaschutzziele" entschieden werden.

Noch keine Einigung in wesentlichen Fragen

Der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Olaf Tschimpke, bemängelte: "Der Vertragstext, der ab Montag den Ministern vorgelegt wird, hat keine Einigung in den wesentlichen Fragen erzielt. Darin findet sich weder die notwendige Überprüfung der Klimaschutzbeiträge und -ziele aller Staaten im Fünf-Jahres-Rhythmus, noch sind Finanzierungsfragen oder die Anerkennung von Verlusten und Schäden sicher."

Der Verband Germanwatch sieht trotz eines "deutlich zu langsamen Verhandlungstempos" erste "wichtige Fortschritte". Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer, betonte: "Es wird wahrscheinlicher, dass ein zentrales Anliegen der verletzlichsten Länder zumindest im Text anerkannt wird: den Anstieg der Temperatur auf 1,5 Grad zu begrenzen."

(KNA)

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