Ein großer Eurovision-Schriftzug am Maidan-Platz in Kiew
Ein großer Eurovision-Schriftzug am Maidan-Platz in Kiew
Volodymyr Hruca,Weihbischof von Lwiw im Westen der Ukraine
Volodymyr Hruca,Weihbischof von Lwiw im Westen der Ukraine

13.05.2017

Ukrainischer Weihbischof blickt auf den ESC und das Land "Der Gast bringt auch Segen"

Europa blickt am Abend in die Ukraine. In Kiew findet der Eurovision Song Contest statt. Es ist nur ein Thema, dass die Menschen im Land bewegt. Der Weihbischof von Lwiw, Volodymyr Hruca, über Konflikte, Hoffnung und Dialog.

domradio.de: Der ESC, der Musikwettbewerb heute Abend in Kiew. Was denken Ihre Landsleute darüber, ist das ein Thema?

Volodymyr Hruca (Weihbischof von Lwiw im Westen der Ukraine): Zuerst würde ich sagen, der Mensch hat eine soziale Dimension. Er kann nur mit anderen Menschen zusammenleben und existieren. Die zweite Sache ist, dass man bei uns in der Ukraine sagt: Wenn ein Gast ins Haus kommt, so kommt mit ihm auch Segen.

domradio.de: Das heißt?

Hruca: Das heißt, sehr viele Menschen aus verschiedenen Ländern Europas sind in die Ukraine gekommen. Davon können alle profitieren, die Ukrainer selbst, weil sie anderen Kulturen begegnen, und auch die Gäste können unsere Kultur kennenlernen. Wir hatten schon so ein Ereignis 2012 mit der Europameisterschaft in der Ukraine, wo sehr viele Touristen und Fans gekommen sind. Sie haben das Land kennengelernt und einige von ihnen machen jetzt auch Urlaub mit ihren Familien bei uns.

Natürlich haben seit den vergangenen Wochen und Monaten die Menschen Angst vor der Ukraine, weil der Krieg im Osten des Landes herrscht. Er hat momentan aber keinen Einfluss auf die Zentral- oder Westukraine.

domradio.de: Sie sind Weihbischof in Lviv, dem ehemaligen Lemberg im Westen des Landes. Nun ist der Westen eine eher ruhige Region im Land. Welche Rolle spielen die Krisen und Kämpfe im Osten des Landes für Sie und die Menschen in Ihrem Bistum?

Hruca: Natürlich spielt das aus verschiedenen Gründen eine große Rolle. Im Westen des Landes herrscht zwar der Frieden, aber ich würde die ganze Situation mit dem menschlichen Körper vergleichen. Wenn die Hand leidet, dann leidet der ganze Mensch.

domradio.de: Was meinen Sie damit?

Hruca: Es ist auch so, dass wenn der Krieg im Osten herrscht, die Männer auch von der Westukraine dort hingehen, um das Land zu verteidigen. Sie verlassen ihre Familie und kommen dann zum Teil verletzt zurück oder müssen ihr Leben in diesem Krieg lassen. Auch wenn diese Soldaten unverletzt zurückkommen, sind sie dennoch seelisch verletzt. Sie brauchen dann eine Therapie und die Familien oft Hilfe.

domradio.de: Hilft Das ist auch eine große Aufgabe für die Kirche. Sie versucht das eigentlich zu machen, denn man sagt: Der Krieg endet nur dann, wenn der letzte Teilnehmer dieses Krieges gestorben ist. Das heißt, wenn der Mensch, der am Krieg teilgenommen hat noch lebt, lebt der Krieg noch in seiner Seele weiter.

domradio.de: Sprechen wir mal über die Hoffnung, wie realistische ist die Hoffnung auf Frieden im Land? 

Hruca: Natürlich pflegen wir die Hoffnung, nicht nur als Christen, sondern auch als einfache Menschen. Ich vergleiche die Situation in der Ukraine mit dem Frühling. Wir haben jetzt als Jahreszeit Frühling, und wir hoffen auf die Wärme und haben diese Frühlingshoffnung.  Gestern war es schon warm, aber man sagt, dass es heute wieder kalt wird, es kommen Wolken, der Wind, der Regen ist da, aber dann kommt irgendwann auch die Sonne wieder. So ist die Situation momentan. 

domradio.de: Unterstützt werden Sie im Land vom Hilfswerk Renovabis, in Rahmen dessen Pfingstaktion sind Sie auch in Köln. Welche Rolle spielt diese Hilfe für die Menschen in der Ukraine?

Hruca: Von  Anfang an spielt Renovabis eine große Rolle, denn das Hilfswerk unterstützt sehr viele Projekte karikativer, sozialer und spiritueller Art. Auch im Bereich Bildung setzt es sich ein. Ich selbst konnte als Student in Form eines zweijährigen Stipendiums eine Unterstützung von Renovabis bekommen. Ich habe dann mein Doktorandenstudium in Innsbruck absolviert. Mit Hilfe von Renovabis  wurde meine Dissertation in die ukrainische Sprache übersetzt und auch herausgegeben. So habe ich meine ganz persönliche Beziehung zu dieser Hilfsorganisation, durch die man auch die verschiedensten Menschen kennenlernt.  

Das Gespräch führte Milena Furman.

(DR)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Statement zur Missbrauchs-Studie.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Katholische Verbände fordern bezahlbaren Wohnraum
  • Wohnungsnot: Wien zeigt, es geht auch anders
  • Papstreise ins Baltikum steht kurz bevor
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • O’zapft is! - Malteser berichten von Vorbereitungen aufs Oktoberfest
  • Sant Egidio zum Weltfriedenstag
  • Wohnungslose Frauen
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • O’zapft is! - Malteser berichten von Vorbereitungen aufs Oktoberfest
  • Sant Egidio zum Weltfriedenstag
  • Wohnungslose Frauen
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Caritas Sonntag - Kölner Gemeinden greifen Wohnungsnot auf
  • Festgottesdienst in der Abteil Michaelsberg
  • Friedenstag - Europaweites Glockengeläut
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Caritas Sonntag - Kölner Gemeinden greifen Wohnungsnot auf
  • Festgottesdienst in der Abteil Michaelsberg
  • Friedenstag - Europaweites Glockengeläut
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Gespräch zum Renovabis Kongress: "Erinnerung und Aufbruch - Wege zur Versöhnung in Europa"
  • Sant'Egidio zum Weltfriedenstag - Frieden ist immer möglich
  • Autorengespräch mit Julia von Lucadou zu ihrem Roman 'Die Hochhausspringerin'
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    22.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 8,4–15

  • Buch Mormon von Joseph Smith
    22.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Das Buch Mormon

  • Spätsommerfrühherbst
    23.09.2018 07:10
    WunderBar

    Die Spätsommerfrühherbstfamili...

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen