28.05.2021

Ordensfrau Philippa Rath sieht zu viel Angst in der Kirche "Katholisch sein im besten Sinne"

Die Ordensschwester und Buchautorin Philippa Rath ist der Ansicht, dass sogar viele Teilnehmende am Reformdialog Synodaler Weg zu viel Sorge haben, sich frei zu äußern. Sie bremse Angst vor Abmahnung, Kündigung und Ausgrenzung.

Nach Einschätzung der Ordensschwester und Buchautorin Philippa Rath herrscht in der katholischen Kirche zu viel Angst. Selbst unter Teilnehmenden am Reformdialog Synodaler Weg erlebe sie Weihbischöfe, Priester und pastorale Mitarbeiter, "die nicht wagen, sich in Gegenwart ihres Bischofs öffentlich und frei zu äußern", sagte die Rüdesheimer Benediktinerin der Zeitschrift Publik-Forum (Ausgabe 28. Mai).

Als Beispiele nannte sie die Angst vor Ausgrenzung, Mobbing, Abmahnung und Kündigung. Sie erlebe kluge und höchst kompetente Frauen, "die für Reformen eintreten, die aber nur bis zu einer bestimmten Grenze gehen", weil sie um die Abhängigkeit von ihrem Dienstgeber Kirche wüssten, so die katholische Theologin.

"Auch Kritiker brauchen Liebe"

Um diese Ängste zu überwinden, sei in der Kirche mehr Souveränität, mehr Offenheit, mehr Toleranz und mehr "Katholisch sein im besten Sinne" nötig. Sie habe eine Vision von Kirche, in der alle ihre Meinung sagen können "und trotzdem geliebt und nicht ausgegrenzt werden".

Dieser Traum speise sich auch aus ihrem Ordensleben in Rüdesheim, zu dem 44 Frauen im Alter zwischen 32 und 96 Jahren gehörten. Da gebe es unterschiedlichste Auffassungen. Es dürfe jedoch jeder seine Meinung sagen und alle wichtigen Entscheidungen würden mehrheitlich im Konvent beschlossen.

1.500 Jahre Leitungserfahrung

Darum glaube sie, dass die Kirche viel von dem Orden lernen könne. "Zum Beispiel, dass Frauen hier seit 1.500 Jahren Leitungserfahrung haben und dass sie das genauso gut können wie Männer", so Schwester Philippa. Bevor sie Nonne wurde, war Rath Journalistin und hatte Politologie, Theologie und Geschichte studiert. Raths im Februar erschienenes Buch «Weil Gott es so will» hatte in der katholischen Kirche und darüber hinaus Aufsehen erregt. Es enthält Lebenszeugnisse von 150 Frauen, die sich zur Priesterin oder Diakonin berufen fühlen, diese Berufung aber in der katholischen Kirche nicht leben können, weil Weiheämter Männern vorbehalten sind.

(KNA)

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